zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

23. November 2017 | 19:53 Uhr

Kochküche ist vorerst vom Tisch

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Im Awo-Kinderhaus muss das Essen auch künftig angeliefert werden / CDU plädiert für Zentralküche in Zusammenhang mit Schulneubau

shz.de von
erstellt am 28.Jun.2017 | 15:31 Uhr

Das Awo-Kinderhaus in der Kellerseestraße muss sich das Mittagessen für seine Kita-Kinder weiterhin liefern lassen. Im Planungsausschuss fand sich am Dienstag keine Mehrheit für den Wunsch der Kita, im Zuge des derzeit im Bau befindlichen Anbaus eine sogenannte Kochküche einzubauen, in der Küchenkräfte das Essen zubereiten könnten.

Ganz vom Tisch ist die Kochküche, die 57  000 Euro gekostet hätte, aber nicht. Ausschussvorsitzender Jürgen Redepenning (SPD) interpretierte die Diskussion so, dass eine spätere Aufrüstung zur Vollküche eine Option sei. Kita-Leiterin Annett Klöfkorn-Papke signalisierte daraufhin umgehend, dass die Kita dies im nächsten Jahr beantragen wolle.

Umsonst ist auch die Erweiterung der bisherigen Aufwärmküche nicht zu haben. Bislang waren rund 10  000 Euro veranschlagt, nun folgte der Ausschuss einstimmig dem Vorschlag von Bürgermeisterin Tanja Rönck, 22  000 Euro für neue Küchengeräte wie Kühlschränke und Geschirrspüler bereitzustellen und Teile der alten Kücheneinrichtung weiterzuverwenden.

Zuvor hatte Annett Klöfkorn-Papke deutlich gemacht, dass die bisherige Küche nicht mehr ausreicht. „Wir haben mit der zehnten Gruppe am 1. Oktober 160 Kinder, von denen 130 bei uns Mittag essen“, erklärte sie. Die Küche entspreche der eines Einfamilienhauses und stamme noch aus dem Jahr 1996. Damals seien aber lediglich 40 Kinder in der Kita gewesen.

Vergeblich priesen die Kita-Leiterin und Henrike Prox, Awo-Regionalleiterin für Kindertagesbetreuung, die Vorzüge einer Kochküche. Damit wolle man gutes, frisches Essen zubereiten. „Die Kinder sollen auch lernen, wie einzelnes Gemüse schmeckt“, erläuterte Henrike Prox. Zudem könne man Essen zu flexiblen Zeiten anbieten, was besonders für Krippenkinder nötig sei. In den vergangenen Jahren habe man mit vier Caterern zusammengearbeitet, so Klöfkorn-Papke. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese an ihre Grenzen stoßen.“

Henrike Prox versicherte auf Nachfrage von FWM-Fraktionschef Holger Bröhl, dass die Beschäftigung von Küchenkräften einschließlich deren Urlaub und Krankheitsvertretungen mit den geplanten 65 Euro Elternbeiträgen zu stemmen seien. „Nach unseren Erfahrungen reicht das.“

Den vorgebrachten Argumenten mochten die meisten Ausschussmitglieder nicht folgen. David Kardell (Grüne) stellte lapidar fest, die Kinder in anderen Kitas verhungerten ja auch nicht, und Gudrun Förster erklärte für die CDU: „Für mich macht das keinen Sinn, wenn Kitas eigene Küchen einrichten.“ Sie verwies nicht nur auf Krankenhäuser, die ihre Küchen aufgegeben hätten, sondern auch auf den geplanten Schulneubau. Die Schulkinder müssten ebenfalls versorgt werden, dann könne man mit einer zentralen Küche auch die Malenter Kitas beliefern, schlug sie vor.

Während FDP-Fraktionschef Wilfred Knop eine zentrale Versorgung als „absolut sinnvoll“ bezeichnete, stieß die Idee beim Ausschussvorsitzenden und Chef der gemeinsamen Fraktion von SPD und Grünen, Jürgen Redepenning, auf Widerspruch: „Den Rückzug auf einen Schulneubau halte ich für eine schlechte Argumentation.“ Die Kinder müssten ein vernünftiges Essen bekommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen