Koch: Im August 2016 ist Schluss

Ganz entspannt:  Seine Entscheidung sei von den Streitigkeiten der vergangenen Monate unbeeinflusst gewesen, sagt Bürgermeister Michael Koch.
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Ganz entspannt: Seine Entscheidung sei von den Streitigkeiten der vergangenen Monate unbeeinflusst gewesen, sagt Bürgermeister Michael Koch.

Malentes Bürgermeister kandidiert nicht erneut, will bis zum Ende seiner Amtszeit aber noch mit vollem Elan weitermachen

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21. Januar 2015, 11:53 Uhr

Tritt er 2016 nochmal an? Diese Frage hat Bürgermeister Michael Koch in den vergangenen Wochen und Monaten öfter gehört und bislang immer offen gelassen. Nun hat der 61-Jährige Spekulationen um seine Zukunft als Verwaltungschef im Kneippheilbad beendet: „Ich werde nicht für eine vierte Amtszeit kandidieren“, erklärte Koch im Gespräch mit dem „Ostholsteiner Anzeiger“.

Er wolle allen Fraktionen sehr frühzeitig die Möglichkeit geben, ohne ihn zu planen, erklärte Koch. Bürgermeisterkandidaten fielen erfahrungsgemäß nicht vom Himmel. „Nun können alle Fraktionen frank und frei sagen, der Amtsinhaber steht nicht mehr zur Verfügung.“ Kochs Amtszeit endet am 29. August 2016. Dann sei er 20 Jahre im Amt. Ein Datum für die Wahl eines Nachfolgers steht noch nicht fest, voraussichtlich werde der Termin im Frühjahr 2016 liegen, erklärte Koch. Die Neuausschreibung der Stelle sei Sache des Hauptausschusses.

Kochs Entscheidung hatte sich bereits vor seiner letzten Wiederwahl im Mai 2008 angedeutet. Damals setzte er sich mit knapp 67 Prozent der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Klaus-Peter Sauvant durch. Zuvor hatte die Gemeindevertretung seine Amtszeit um zwei auf acht Jahre verlängert, womit Koch ohne weitere Wiederwahl ein Alter erreicht, mit dem er in Pension gehen kann.

Dennoch reizte Koch der Gedanke, noch einmal anzutreten: „Ich habe überlegt, weiterzumachen, als im Gespräch war, die Ruhestandsobergrenze für hauptamtliche Bürgermeister heraufzusetzen.“ Derzeit ist spätestens mit 68 Jahren Schluss, nach derzeitiger Rechtslage könnte Koch bei einer Wiederwahl den Chefsessel im Rathaus noch einmal für fünf Jahre einnehmen.

Das von ihm beim Malenter Neujahrsempfang gerügte politische Klima in der Gemeinde habe für seine Entscheidung keinen Ausschlag gegeben, betonte Koch: „Das ist unabhängig von den Streitigkeiten der letzten Monate.“ Im Gegenteil: „Das Amt des Bürgermeisters ist nach wie vor eine Aufgabe, die mir viel Spaß macht.“ Er habe nach wie vor das Gefühl, einen guten Draht zur Bevölkerung zu haben und dort akzeptiert zu werden. Er sehe es als positive Herausforderung, immer wieder einen Ausgleich der Interessen herbeizuführen.

Letzten Endes habe er sich aber die Frage gestellt, wie alt er am Ende einer weiteren Amtszeit wäre und „ob man dann noch einmal etwas Neues anfangen könne. 63 ist ein Alter, mit dem ich nochmal etwas Neues anfangen kann.“ Und schließlich wolle er auch mehr Zeit für seine Familie haben, erklärte der zweifache Vater. Ein konkretes Projekt für seinen Ruhestand habe er aber noch nicht im Blick.

Mit gebremstem Engagement werde er den Rest seiner Amtszeit nicht angehen, versicherte Koch. „Ich mache mit dem gleichen Elan wie bisher weiter. Davon muss jeder ausgehen.“ Zwei wesentliche Arbeitsfelder hat er dabei vor allem im Blick. Bereits seit Jahren kämpft der Verwaltungschef für ein Gemeindeentwicklungskonzept, ähnlich wie es Eutin mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) verabschiedet hat. „Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass wir ohne ein solches Konzept nicht weiterkommen.“ Dieses Thema wolle er noch zu Ende oder zumindest auf den Weg bringen. „Dafür brauche ich jetzt eine Entscheidung der Politik.“

Als weiteres Thema nennt Koch die Haushaltskonsolidierung. Hier sei er bereit, auch unangenehme Entscheidungen nach außen mitzuvertreten, erklärte Koch und nannte als Beispiel die seit Jahren diskutierte Steuer auf Niederschlagswasser („Regensteuer“), deren Einführung auch von der Kommunalaufsicht immer wieder angemahnt worden sei. Zwar akzeptiere er das Argument aus den Fraktionen, sie wollten den Bürger nicht noch mehr belasten, auf der anderen Seite brauche die Gemeinde aber
Gestaltungsspielraum.

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