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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 10:58 Uhr

Malente : Koch erläutert Nachbesserungen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Am 18. Dezember soll die Gemeindevertretung erneut über den Vertrag mit dem touristischen Dienstleister GLC beschließen

Bevor die Grünen Bürgermeister Michael Koch wegen des Streits um die Kurabgabe für Kliniken zum Rücktritt aufforderten (wir berichteten), sandten die Akteure bei der Sitzung des Tourismusausschusses am Donnerstagabend noch ein halbwegs positives Signal. Sie erneuerten den von den Fraktionsvorsitzenden erteilten Auftrag an Bürgermeister Koch und Kurdirektor Georg Kurz, noch einmal mit GLC Glücksburg Consulting über den Vergabevertrag für die touristischen Dienstleistungen in der Gemeinde zu verhandeln. „Ich bin nach dem ersten Gespräch optimistisch, dass es gelingt, den Verhandlungsauftrag zu erfüllen“, erklärte Koch zu den Bemühungen, einen Ausweg aus der festgefahrenen Lage zu finden, nachdem die Gemeindevertretung den ersten Vertragsentwurf am 30. Oktober mit knapper Mehrheit abgelehnt hatte.

In der Sitzung, die neben dem Disput zwischen der Grünen-Fraktonschefin Dagmar Nöh-Schüren und Koch von zahlreichen Statements aus den Reihen des gut besetzten Kursaals geprägt war, hatte Koch zuvor noch einmal die angestrebten Vertragsanpassungen erläutert:

> Die Vertragslaufzeit soll zwar weiterhin fünf Jahre betragen. Doch statt einer Option auf eine zweijährige Verlängerung soll es nun eine beiderseitige Option auf eine vorzeitige Kündigung nach drei Jahren geben.

> Bislang war das Budget für Veranstaltungen und Marketing, das GLC aus einer Gesamtsumme von 200 000 Euro jährlich bestreiten sollte, auf 50 000 Euro festgelegt. Nun sollen mindestens 40 000 Euro für Veranstaltungen ausgegeben werden.

> Die unterschiedlichen Buchungssysteme von GLC und der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz sollen so verbunden werden, dass Vermieter ihre Angebote künftig parallel über beide Systeme vermarkten können.

> Es soll auf der von GLC gepflegten Tourismus-Seite im Internet eine Verlinkung zur Tourismus-Zentrale geben. Der Link muss dabei die gleiche Größe haben und genauso gut zu finden sein, wie andere Links auch.

> GLC soll Malenter Besonderheiten stärker herausstellen, der Tourismuszentrale mitteilen und ständig aktualisieren.

> Auf Tourismus-Messen soll GLC kostenneutral Personal stellen.

Spätestens am 10. Dezember soll der Tourismusausschuss über die Verhandlungsergebnisse beraten, kündigte Koch an. Dann könne die Gemeindevertretung am Donnerstag, 18. Dezember, über den überarbeiteten Vertragsentwurf entscheiden.

Koch machte deutlich, dass es letztlich auf ein Signal
von Grünen-Fraktionschefin Dagmar Nöh-Schüren zurückgehe, dass er von den Fraktionsvorsitzenden doch noch den Auftrag zu Nachverhandlungen bekommen habe. Er reagierte damit auch auf einen Leserbrief des krankheitsbedingt abwesenden Ausschussvorsitzenden Holger Bröhl, in dem dieser sein Unverständnis über die Fortsetzung der Verhandlungen geäußert hatte.

Selbst Nöh-Schüren sieht mittlerweile kaum noch eine andere Möglichkeit als erneut die von ihr massiv kritisierte GLC zu beauftragen. „Das Problem ist, dass wir sonst Ende Dezember gar nichts haben. Was jetzt der richtige Weg ist, ist schwer zu sagen, weil wir nur noch sechs Wochen haben und die Wirtschaftsvereinigung sich zurückgezogen hat – sehr enttäuscht.“

CDU-Fraktionschef Hans-Werner Salomon äußerte dagegen erhebliche Zweifel, ob die Wirtschaftsvereinigung Aufgaben hätte übernehmen können. „Wenn wir dort so gute Akteure haben, warum hat sich dann niemand beworben?“, fragte er. Karin Bröhl beharrte für die Freien Wähler Malente (FWM) auf deren Position: „Es wird so dargestellt, als ob die Glückseligkeit davon abhängt, dass wir mit GLC weiterarbeiten. Wir sagen weiterhin nein.“

Applaus des Publikums erhielt der ehemalige Vorsitzende des Unternehmensverbands Ostholstein-Plön, Hans-Peter Wandhoff, als er an die Politik appellierte, bei der touristischen Vermarktung nicht länger zweigleisig zu fahren. „Das ist ein großer Irrweg.“

Angesichts der noch unklaren Situation mit der lokalen Tourismus-Vermarktung vertagte der Ausschuss eine Diskussion über die Zukunft Malentes in der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz. Die Gemeinde hatte ihren Austritt zum Ende 2015 beschlossen. Mit welchen Zielen Koch in Verhandlungen über eine Fortsetzung der Mitgliedschaft gehen soll, will der Ausschuss nun später beraten.

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erstellt am 21.Nov.2014 | 12:17 Uhr

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