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Ostholsteiner Anzeiger

17. Dezember 2017 | 01:46 Uhr

Knatsch um teure Einlassstelle

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 07.Jul.2017 | 00:58 Uhr

Warum wurde die Einlassstelle in den Eutiner See für das Feuerwehrrettungsboot nahe des Germania Rudervereins mit rund 59  500 Euro fast doppelt so teuer als geplant? Diese Frage beschäftigt die Stadtvertreter seit geraumen Sitzungen.

Im Bauausschuss am Mittwochabend legte die Verwaltung nun eine Tabelle vor, aus der hervorging, welche Posten eklatant zur Verteuerung beigetragen haben. „Ich gehe von einem Verstoß gegen die Vergabeordnung aus und dass beim Unterzeichnen der Stundenzettel grob fahrlässig gehandelt wurde“, sagte Detlef Kloth (SPD). Auch Thomas Koebke (FWE) kritisierte: „Dass wegen der Statik mit rund 6700 Euro nachkalkuliert werden muss, weil sonst die Traglast nicht gewährleistet ist, spricht nicht gerade für die Kompetenz des Beauftragten. Da sehe ich die formlose Vergabe auch als sehr grenzwertig.“ Tilo Hegenberg (Grüne) wollte für die nächste Sitzung aufbereitet haben, wo bei der Verwaltung etwas falsch gelaufen ist und welche Konsequenzen gezogen worden sind. Hegenberg: „Das verlorene Geld holen wir nicht wieder, aber wir können die Fehler künftig vermeiden.“ Bürgermeister Carsten Behnk konterte in die Runde: „Es kann doch nicht so weit gehen, das uns jeder Stadtvertreter und wählbare Bürger mit Arbeit vollknallt. Darüber muss abgestimmt werden.“ Daraufhin wurde Koebke deutlicher: „Herr Bürgermeister, Sie müssen sich die Frage gefallen lassen, was da nicht optimal gemanaget worden ist und ob derjenige die Kompetenz hatte, das umzusetzen. Da muss man sich überlegen, ob man künftig Menschen engagiert, die es können. Das muss sich Stadt gefallen lassen können. Das ist Schadensbegrenzung für die Zukunft. Das ist Qualitätsmanagement, die in jedem Unternehmen selbstverständlich wäre.“ Und auch Klaus Kibbel (SPD), der ebenso geprüft haben wollte, woran es krankte, wollte den Angang von Behnk nicht auf sich sitzen lassen: „Ich lasse mich nicht abqualifizieren, nur weil ich nachfrage und prüfen möchte, denn das ist unsere Aufgabe. Und wenn sie das nicht wollen, ist das Ihr Problem.“ Ausschussvorsitzende Monika Obieray (Grüne) beendete die Diskussion. Abgestimmt, so wie Behnk es in seinem ersten Statement gefordert hatte, wurde über den Prüfauftrag nicht, deshalb fragte Behnk kurz nach, bevor der nächste Tagesordnungspunkt an der Reihe war. „Ist damit klar, dass wir keinen Arbeitsauftrag haben?“ Obieray: „Ja, das ist so geklärt.“

Ob das grundsätzliche Thema damit erledigt ist, wird sich zeigen.

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