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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 00:31 Uhr

Knappes Votum für den Kiesabbau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malenter Planungsausschuss stimmt für zusätzliche Abbaufläche in Kreuzfeld

Nachdem die Entscheidung gefallen war, zog ein gutes Dutzend Gäste enttäuscht ab. Der Planungsausschuss hat gestern Abend eine Ausweitung des Kiesabbaus in Kreuzfeld westlich des Holmer Wegs gebilligt und der Gemeindevertretung zum Beschluss empfohlen. Diese tagt morgen ab 17 Uhr im Kursaal.

Das Votum fiel knapp aus. Fünf Ausschussmitglieder stimmten für die 11. Änderung des Flächennutzungsplans (F-Plan), vier dagegen. Damit kann das von Johann-Peter Wandhoff und seinem Sohn, dem CDU-Gemeindevertreter Volker Wandhoff, geführte Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld künftig auf einer rund elf Hektar großen Fläche, die bislang als Acker und Wald genutzt wurde, Kies abbauen. Die Fläche liegt zwischen dem Betonwerk im Süden und einem Waldgebiet im Norden.

Das Unternehmen wolle den Kies zunächst auf der neuen Fläche abbauen, um erst anschließend die bereits bis 2028 genehmigte Waldfläche in Angriff zu nehmen, erläuterte SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning. Auf der neuen Fläche werde der Kiesabbau voraussichtlich etwa acht Jahre dauern, auf der Waldfläche nördlich davon zehn Jahre. „Ich kann das nachvollziehen“, erklärte Redepenning. Dem schloss sich Uwe Potz (CDU) an: „Wenn wir die nächsten acht bis zehn Jahre die Waldflächen retten können, würde ich das sehr attraktiv finden“, begründete er das Ja der CDU.

Zuvor hatten Grünen-Fraktionschef Michael Winkel, Martin Grottke von den Freien Wählern und FDP-Fraktionschef Wilfred Knop, zugleich Dorfvorsteher in Kreuzfeld, ihre Ablehnung bekundet. Knop verwies auf den Widerstand von Anliegern und erklärte, bestehende Abbauflächen müssten zunächst renaturiert werden. „Die Notwendigkeit, heute bereits Flächen auszuweisen, die erst 2028 relevant werden, sehe ich nicht“, sagte Knop. Grottke sprach von „Raubbau“, der sich nicht mit dem Tourismus vertrage.

Rolf Röhling, Sprecher der Initiative „Gegen weiteren Naturabbau“, bezeichnete den nun neu geplanten Kiesabbau als „für die Anlieger nicht tragbar“. Die Bürger in Nieder- und Oberkleveez seien in dem Verfahren überhaupt nicht gehört worden, monierte Röhling. Er forderte, Wandhoff müsse die Renaturierung auf den Kiesabbauflächen östlich des Holmer Wegs erst abschließen, bevor er im Westen mit dem Abbau beginne. „Das einzige, was wir haben, ist die schöne Landschaft. Und das wollen Sie kaputtmachen“, warf er den Befürwortern der F-Plan-Änderung vor.

Empörung handelte sich Ausschussvorsitzender Klaus Schützler (CDU) ein, als er auf Nachfrage von Norbert Steinmetz erklärte, der Betrieb der Motocross-Anlage in der Kiesgrube laufe nach seinen Informationen auch 2016 weiter. Steinmetz und andere Gäste machten geltend, dies widerspreche früheren Äußerungen.

Als Steinmetz die Qualität eines Gutachtens zum Artenschutz in Frage stellte, da dies von Wandhoff beauftragt und finanziert worden sei, forderte Redepenning, sachlich zu bleiben. Der SPD-Fraktionschef verwies darauf, dass die nun zu treffende Entscheidung auf Landschafts- und Regionalplänen beruhe, die bereits seit Jahrzehnten bestünden. Demnach sei Malente als Gebiet für den Kiesabbau vorgesehen.

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erstellt am 16.Dez.2015 | 00:33 Uhr

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