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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 00:52 Uhr

Klinik-Keime: Infektionen steigen an

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wer ins Krankenhaus geht, will gesund entlassen werden. Doch immer öfter stecken sich Patienten erst in der Klinik mit gefährlichen multiresistenten Erregern (MRE) an, gegen die selbst stärkste Antibiotika nicht mehr helfen. Experten schätzen die Zahl der Infektionstoten in Deutschland deutlich höher, als das Gesundheitsministerium angibt. Statt 7500 bis 15 000 Tote gebe es tatsächlich „30 000 bis 40 000 Todesfälle, wahrscheinlich weit mehr“, sagt Professor Walter Popp von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene.

Für Schleswig-Holstein liegen erstmals Zahlen über sogenannte MRE-Fälle vor. An der Spitze liegen Lübeck und der Kreis Steinburg mit zehn und neun Fällen pro 1000 Patienten. In Ostholstein liegt die Quote bei sechs, im Kreis Plön bei vier. Die Daten wurden von einem Recherche-Team der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ und dem Journalismusbüro Correct!V auf Basis der Abrechnungsdaten der Krankenhäuser erhoben. Dabei stellte sich heraus, dass die MRE-Infektionen im nördlichsten Bundesland zuletzt dramatisch gestiegen sind – in Neumünster etwa um 84 Prozent, im Herzogtum Lauenburg sogar um 113 Prozent. Eine mögliche Erklärung liefert der Kieler Infektiologe Helmut Fickenscher: „Erst neuerdings wird gesucht und gefunden.“

Bei den Sana Kliniken Ostholstein werden alle Patienten bei der Aufnahme in verschiedene Risikogruppen eingestuft. Patienten mit hohem Risiko würden entsprechend durchleuchtet; in den Intensivstationen würden alle regelmäßig untersucht. Zudem gebe es auf Sana-Initiative zu dem Thema ein kreisweites Hygenie-Netzwerk, so die Klinik. Schleswig-Holst./ Kommentar

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erstellt am 19.Nov.2014 | 16:03 Uhr

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