Klingenkreuzen am Kreismuseum

Kampftechniken und Waffenschaukämpfe gehören jeweils zum Programm, wenn die Gruppe „Castrum Plune“ am Plöner Kreismuseum authentisch Einblick in das Leben von vor 1000 Jahren gibt.
Kampftechniken und Waffenschaukämpfe gehören jeweils zum Programm, wenn die Gruppe „Castrum Plune“ am Plöner Kreismuseum authentisch Einblick in das Leben von vor 1000 Jahren gibt.

Vor der Schloss-Kulisse präsentierte „Castrum Plune“ gestern das Leben der Wikinger und Slawen / Organisator denkt ans Aufhören

shz.de von
10. Juni 2018, 15:00 Uhr

Es gab immer ein Hauen und Stechen, wenn vor 1000 Jahren verfeindete Stämme und Völker aufeinander trafen. Das hat sich bis heute nicht geändert, nur die Bekleidung der Krieger und die Methoden sind verfeinert. Das Leben der Wikinger und Slawen präsentierte gestern zum 7. Mal die Gruppe „Castrum Plune“ am Plöner Kreismuseum und gab authentisch Einblick in jene Epoche mit Bogenschießen, Beilwerfen, Kampftechniken, Waffenschau und Handwerkskunst. Im Museum bot Leiterin Julia Meyer Töpfern slawischer Gefäße für Kinder an.

Die Slawen aus Wismar seien diesmal nicht dabei, bedauerte der Hauptorganisator des Wikinger- und Slawenlagers Jörn Kruse. Angereist waren aber die Hospitaler Holstein-Hamburg, Rosow-Wikinger aus Schleswig und das Burgvolk Wittorf aus Neumünster. „Die Hospitaler waren christliche Ritter und die Vorgänger der Johanniter. Sie beschützten Kreuzritter in ganz Europa“, erklärte Kruse. Daher gehörte neben dem Kreuzen der Klingen eine mittelalterliche Vorführung zum Programm, in der die Hospitaler Sklaven der Slawen befreiten und den Natur- und Waldgott „Podaga“ zerstörten. „So haben es Vicelin und Helmold von Bosau beschrieben“, berichtete Kruse.

Seiner Gruppe „Castrum Plune“ seien nur noch rund zwölf Kämpfer verblieben, da die Abiturienten alle einen Studienplatz bekommen hätten. Auch aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen will Kruse das Projekt langsam einschlafen lassen. „Ich werde 68 und finanziere alles aus eigener Tasche“, meinte der Historien-Fan, der die Waffen selbst baut. Im Museum wolle er jedoch weiterhin dabei sein, um Schulklassen zu zeigen, wie Feuer gemacht werde, und ihnen von der Welt damals zu erzählen. Für 2019 seien mehrere Veranstaltungen geplant, sagte Kruse.

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