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Klimaschutz ja – aber nicht im Kirchengesetz

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Synode setzt Arbeitsgruppe ein, die Standpunkt des Kirchenkreises Ostholstein deutlich machen soll

Die von der Nordkirche beabsichtigte Aufnahme des Klimaschutzes in das Kirchengesetz trifft auch im Kreis Ostholstein auf Widerstand. Nur 17 von 61 anwesenden Synodalen stimmten am Montag bei der Kirchenkreissynode im Malenter Haus der Kirche für eine gesetzliche Regelung. Allerdings bewerteten 58 Synodale den Klimaschutz als wichtiges Thema für die Nordkirche. Bereits am Wochenende hatte die Synode des Kirchenkreises Plön-Segeberg ein Klimaschutzgesetz abgelehnt.

In Malente sorgte der Gesetzesentwurf der Landeskirche für eine intensive Diskussion zum Thema Klimaschutz in der Nordkirche. Die Synode ernannte eine siebenköpfige Arbeitsgruppe, die dem Kirchenkreisrat einen Entwurf zum Beschluss vorlegen soll. Er soll der Landessynode so eine kritische Auseinandersetzung mit den Argumenten der Synode des Kirchenkreises Ostholstein ermöglichen.

Im vergangenen September hatte die Landessynode der Nordkirche in Lübeck-Travemünde einen Konsultationsprozess in allen 13 Kirchenkreises über die Gestaltung und Aufnahme des Gesetzes beschlossen. Grundlage ist das bisher bestehende Klimaschutzkonzept. „Die Bewahrung der Schöpfung ist ein zentraler Gesichtspunkt in den Gesetzen der Nordkirche“, erklärte Synoden-Präses Dr. Peter Wendt. Die Nordkirche müsse Vorbild sein und den Klimaschutz
aktiv gestalten. Mit dem Kirchengesetz zur Förderung des Klimaschutzes in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland bekäme der Beitrag der Nordkirche eine rechtliche Grundlage. Auf dieser könnten Klimaschutzmaßnahmen erarbeitet, überprüft und weiterentwickelt werden.

In dem geplanten Gesetz geht es etwa um einen Klimaschutzplan, der sich mit Themen wie energetische Sanierung von Gebäuden, Mobilität und der Beschaffung von Verbrauchsmaterialien und Lebensmitteln befasst. Ziel ist, durch bewussten Umgang mit Energie sowie moderne Technik und Gebäudedämmung Energie zu sparen. „Um dies zu erreichen, sollen die Kirchenkreise einen Klimaschutzfonds einrichten“, erläuterte Wendt. Von 2016 bis 2025 sollten 0,8 Prozent der jährlichen Kirchensteuerzuweisung der einzelnen Kirchenkreise in Selbstverwaltung für Klimaschutzprojekte eingesetzt werden.

Viele Synodale äußerte allerdings die Befürchtung, dass besonders kleine Gemeinden mit den Kosten überfordert wären. Der Kirchenkreis und die Kirchengemeinden Ostholsteins haben in den vergangenen Jahren mehr als vier Millionen Euro in den Klimaschutz investiert. Bis September will die Nordkirche die Ergebnisse des Konsultationsprozesses auswerten und einen Beschluss über das Klimagesetz fassen.

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erstellt am 10.Mär.2015 | 12:33 Uhr

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