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Ostholsteiner Anzeiger

21. November 2017 | 09:12 Uhr

Kleinstadt-Treffen mit Potenzial

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Modellprojekt: Gestern startete im Uwe-Seeler-Fußballpark ein Erfahrungsaustausch von acht Kommunen aus ganz Deutschland

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 18:59 Uhr

Sie heißen Bad Lobenstein, Beverungen, Großschönau, Kastellaun, Mücheln, Rodewisch oder Zell am Harmersbach: kleine Orte in der ganzen Bundesrepublik mit einer Größenordnung zwischen 5  000 und 14  000 Einwohnern. Mit Malente sind es acht Orte und sie haben eines gemeinsam: Sie wollen groß rauskommen. Wie das gelingen kann, darüber tauschen sich Vertreter der beteiligten Kommunen seit gestern im Uwe-Seeler-Fußballpark in Malente bei einer „Erfahrungswerkstatt“ aus.

Hintergrund des zweitägigen Treffens ist das Modellprojekt „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“, das im April vergangenen Jahres gestartet ist und vom Bundesbauministerium mit Mitteln aus dem Forschungsprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (Exwost) gefördert wird. An dem Treffen in Malente sind auch Vertreter des Ministeriums, des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung und der Hochschule Neubrandenburg beteiligt, die das Projekt begleitet.

„Malente steht nicht schlecht da“, lautete ein erstes Zwischenfazit von Stephan Kathke vom Beratungsunternehmen EBP Deutschland in Potsdam, das Malente derzeit beim Integrierten Gemeindeentwicklungskonzept (Igek) begleitet. Es gebe eine Vielzahl an Ideen, die in der vergangenen Woche im Kursaal beim zweiten Malente-Forum präsentiert worden seien – etwa ein Ausbau des Bahnhofs zur Mobilitätsdrehscheibe. Kathke mahnte aber auch: „Wir müssen jetzt einen Weg zur Umsetzung der Ideen finden.“

Das wird nicht ohne zusätzliches Personal zu bewerkstelligen sein, ist Bürgermeisterin Tanja Rönck überzeugt. Bis zu vier Mitarbeiter seien in den anderen Orten für die Stadt- und Wirtschaftsentwicklung tätig. Mit Blick auf die erwartete Aufnahme Malentes ins Städtebauförderungsprogramm sagte die Verwaltungschefin: „Wir werden das nicht umsetzen können, wenn wir dafür kein Personal einstellen.“ Bislang habe die Gemeinde diese Stellen überhaupt nicht im Fokus gehabt.

Ein Austausch, wie er jetzt in Malente stattfinde, sei enorm wichtig, damit die Kleinstädte „nicht im eigenen Saft schmorten“, sagte Tanja Rönck. So könne Malente etwa beim Bahnhofsprojekt von Erfahrungen profitieren, die andernorts bereits gemacht worden seien. „Da müssen wir das Rad nicht neu erfinden.“ Durch den Blick auf die anderen Orte sehe sie sich in der Idee bestätigt, die Verwaltung wie einen Betrieb zu führen und zu investieren, auch wenn die finanzielle Situation nicht so rosig sei.

Derzeit seien die Voraussetzungen für Kleinstädte zu investieren gut wie nie, erklärte Kathke. Es werde in den kommenden Jahren mehr Programme geben, um Kleinstädte oder vergleichbare Orte wie Malente zu fördern. Dies seien die Signale, die von den Mitarbeitern der Ministerien derzeit aus der Politik empfangen würden.

Neben viel Kopfarbeit stand für die etwa drei Dutzend Beteiligten auch etwas Bewegung auf dem Programm. Bei einem Rundgang durch die Fußball-Schule konnten sie sich an einer Torwand probieren. Heute beginnt die Tagesordnung mit einem Spaziergang durch Malente. Anschließend präsentieren die Gemeinde und drei weitere Orte die Ideen, die in ihrer Projektarbeit entstanden sind. In einem weiteren Schritt geht es darum, wie diese umgesetzt werden können.

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