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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 06:45 Uhr

Kleinod soll wiederbelebt werden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schloss Eutin bittet Stadt um 30 000 Euro / Erste Ehrenamtsgruppen im Küchengarten aktiv / Sparkassenstiftung stellt Kita-Programm auf

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 00:28 Uhr

Noch sieht alles ein bisschen wild aus im Küchengarten . Doch hinter den Kulissen wird an den Plänen gearbeitet, wie das Kleinod der Landesgartenschau auch künftig lebendig für Besucher gestaltet werden kann.

Bis Ende März ist die Landesgartenschau-Gesellschaft auf der Fläche mit dem Rückbau aktiv: Aufgrund des Denkmalschutzes müssen die vom Apotherkerverband, dem Hexenkessel und den Kleingärtnern genutzten Flächen vor der Klimamauer in Rasenflächen umgewandelt werden. Danach übernimmt die Stiftung Schloss Eutin den Küchengarten von der LGS. Wann der Küchengarten wieder geöffnet ist, hänge vom Stand der Rückbauarbeiten ab, sagte Schloss-Chefin Brigitte Herrmann. „Ziel der Stiftung für dieses Jahr ist die Sicherstellung der geforderten Pflege und nach Möglichkeit wollen wir auch verschiedene Aktivitäten durch Ehrenamtler und Sparkassen-Stiftung anbieten, damit der Küchengarten das belebte Kleinod bleibt, das wir alle bei der LGS erleben konnten“, sagte Herrmann. Außerdem werde derzeit an einer langfristigen Lösung für das Betreiben und die Weiterentwicklung des Küchengartens gearbeitet, schreibt Herrmann in ihrem Förderantrag an die Stadt, der im Hauptausschuss am Dienstag beraten werden soll. Der geschätzte Pflegeaufwand laut Leistungsverzeichnis, das die Landschaftsarchitektin Kathrin Franz aufgestellt habe, sowie die Betriebskosten für das Neuholländerhaus und Koordination des Ehrenamtes schätzen Herrmann und Bauamtsleiter Bernd Rubelt auf 68  500 Euro. Genaues zu den Zahlen könne sie nicht sagen, so Herrmann, da derzeit die Ausschreibungen für die Pflege liefen. Diese sei wichtig, da der Küchengarten nach Förderbedingungen aus dem Efre-Programm mindestens weitere 20 Jahre betrieben und gepflegt werden müsse. Andernfalls drohten Rückzahlungen. Das Land sicherte bereits eine jährliche Unterstützung von 30  000 Euro für den Küchengarten zu. Seit etwa einem Monat weiß die Stiftung: Das Land unterstützt auch die „Neupräsentation der Schlossausstellung“ mit insgesamt einer Millionen Euro bis 2020. Deshalb zog Herrmann den Förderantrag für die neue Schlossausstellung bei der Stadt über 30  000 Euro kurzfristig zurück und reichte einen Förderantrag über die gleiche Summe für den Küchengarten ein, da die Finanzierung des Kleinods bisher gänzlich ungeklärt sei. Herrmann: „Ich hoffe sehr auf die Unterstützung der Stadt, auch wenn es kurzfristig ist.“

Was ist neben der Pflege im Küchengarten geplant? „Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, aber wir haben bisher die Zusagen von drei Parteien, die ihre Parzellen weiter betreiben wollen“, so Herrmann. Das seien neben dem Verein des Hildegard-von-Bingen-Gartens der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzen sowie der Apothekerverband, der den Hexenkessel hinter der Klimamauer wieder aufbauen wolle.

Konkreter wird Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Sparkassen-Stiftung Ostholstein. Sie hatte von Beginn an erklärt, dass ein Bildungsprogramm weiterentwickeln wolle, wie es mit „Plietsch grün“ zur Landesgartenschau angeboten worden war. „Das Grundkonzept steht, wir wissen auch schon, mit welchen Kindergärten wir den Testlauf machen wollen“, sagt Schumacher. Der Schwerpunkt des Küchengartens liege thematisch auf der gesunden Ernährung, die vor allem Vorschulkindern in verschiedenen Projekten spielerisch vermittelt werden solle – von der Historie bis zur Gegenwart. Dazu habe er sich Stefanie Hönig ins Boot geholt, die zur Landesgartenschau maßgeblich an „Plietsch grün“ mitgewirkt habe und jetzt eine zusätzliche pädagogische Ausbildung sowie ein Praktikum im Kindergarten draufsattele. „Wir wollen es in diesem Jahr noch langsam angehen lassen, das Haus der Stiftung steht uns noch nicht zur Verfügung, aber Rubelt sicherte uns das ab 2018 zu“, so Schumacher. Bis dahin gebe es Vereinbarungen mit der Schloss-Stiftung, dass Neuholländerhaus nutzen zu können. Die Showküche sei ebenfalls für zwei weitere Jahre von der Denkmalpflege an der bisherigen Stelle genehmigt. Außerdem gebe es Kooperationsüberlegungen mit der Schloss-Stiftung für ein ganzjähriges Angebot des Bildungsprogrammes.

LGS-Geschäftsführer Martin Klehs hofft auf ein Gelingen: „Unser Motivator war immer der Gedanke der Nachhaltigkeit. Der Küchengarten ist so ein besonderes Areal, deshalb hoffe ich, dass es mit entsprechenden Angeboten weiter genutzt und belebt werden kann.“

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