Eutin : Kleingolf: Existenz bedroht?

Der triste Anblick des Kleingolf-Platzes während der Wintersaison.
Der triste Anblick des Kleingolf-Platzes während der Wintersaison.

Marion Migula: „Es wird dramatisch, wenn wir zur Landesgartenschau abgeschnitten werden“.

shz.de von
10. Januar 2015, 04:00 Uhr

Der Anblick des Minigolfplatzes ist trist: Blanke Bahnen ohne die bekannten Eutiner Wahrzeichen, menschenleeres Gelände. „Der Anblick im Winter ist immer grausam, für uns auch“, sagt Marion Migula, die die Kleingolf-Anlage, wie es im Torbogen steht, leitet. Pächterin des Areals ist seit 14 Jahren ihre Mutter Rita Burmester. „Wir leben für den Platz und freuen uns jedesmal, wenn die Saison wieder los geht“, sagt Migula. Doch bange wird ihr bei dem Gedanken an 2016 zur Landesgartanschau. Migula: „Wenn die uns zur Landesgartenschau abschneiden, dann weiß ich nicht, wie wir das schaffen sollen.“

Die rosigen Zeiten seien zwar vorbei, weil alles teurer werde, sie aber die Preise familienfreundlich halten wolle. Doch noch ist die Anlage rentabel. In einer normalen Saison müssen die Einnahmen fürs Jahr in meist nur vier Monaten zusammen kommen, erklärt Marion Migula. Zwischen 80 und 100 Golfspielern brauche sie da täglich, die bestenfalls auch noch etwas verzehren, um den Platz betreiben zu können. Migula: „Ich weiß wirklich nicht, was sich die Stadtvertreter dabei denken, uns und andere einfach davon auszugrenzen, uns die Gäste regelrecht abzuschneiden.“ Aus lauter Verzweiflung habe sie schon über einen Shuttle-Service nachgedacht, aber das sei gar nicht leistbar. „Die Frage, ob die Familien, die golfen wollen, dann wirklich den weiten Weg über Fissau zu uns gehen, stellen sich die Verantwortlichen gar nicht. Ebensowenig was aus uns wird.“

Marion Migula bekräftigt, dass ihr Herz an der Kleingolf-Anlage mit „den tollen Gästen und zahlreichen schönen Begegnungen“ hängt. Aber es müsse auch finanziell zu machen sein. Die vergangene Saison würde sie als gut bezeichnen, wenngleich ein Einbruch und zwei Stromausfälle für unvorhergesehen Kosten gesorgt hätten. „Zwei Eisbestellungen waren hinüber, ohne etwas damit verdienen zu können.“ Und die Einbrecher hätten hier auch nichts zu holen, sondern nur Schaden verursacht. Ob sie das Blatt zur Landesgartenschau noch irgendwie wenden kann, weiß Migula nicht. Nur eines: „Ich würde mir von den Verantwortlichen Antworten wünschen, wie sie soetwas entscheiden konnten. Wir sind ja nicht allein betroffen.“ Die Landesgartenschau sei toll, betont sie. Nur die Handhabung der Entscheider verwundere sie.

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