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Eutiner Stadtfest : Kleine Verkäufer mit großen Zielen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Veranstalter freut sich über gute Resonanz beim Kinderflohmarkt am Rosengarten. Rund 40 Händler sind mit Umsätzen zufrieden.

„Endlich ist er wieder da, der Kinderflohmarkt.“ Eltern, Großeltern und Kinder freuten sich, gestern Nachmittag am Rosengarten auf Schnäppchenjagd zu gehen oder mit ausgedientem Spielzeug andere Kinderaugen zum Leuchten zu bringen.

Familie Bohnenkamp kam extra aus Süsel, um Platz in den vier Kinderzimmern zu machen. Spiele, Bücher, Hubschrauber und Polizeiautos – für jede Altersklasse von 7 bis 17 war etwas dabei, denn genau so alt waren die Verkäufer der einst heiß geliebten Schätze. Unerfahren waren die Süseler in keinem Fall, wie viele andere auch, hatten sie sich einen Pavillon mitgebracht, um sich und die Sachen vor Schauern zu schützen. Wird man als Kind eigentlich auch runtergehandelt? Lea Sophie (7), die jüngste der Bohnenkamps nickt: „Ja, ich frag dann immer Mama nach dem Preis.“ Und Mutter Nicole ergänzt: „Ich finde es teilweise schon dreist, wenn die Kinder vieles für kleinste Preise wie einen Euro oder 50 Cent anbieten und dann immer noch gefeilscht wird.“

Nebenan steht Tanja Wenndorf mit ihrer Familie und Freunden: „Genau aus diesem Grund haben wir auf alles die Preise geklebt, damit es die Kinder leichter haben.“ Ihre Tochter Hanna (7) weiß auch genau, weshalb sie hier nahezu alles aus ihrem alten Kinderzimmer anbietet: „Weil ich bald ein Jugendzimmer bekomme.“ Zum nächsten Geburtstag möchte sie sich vom Geld etwas für ihr neues Reich aussuchen.

Selbst aus Potsdam kamen die Besucher – extra wegen des Kinderflohmarktes – wie Nadja Jerowitz betont. Vor zwei Jahren zog die gebürtige Eutinerin in die Nähe von Berlin und reiste nun mit ihren drei Kindern samt Freund an, um bei den Schnäppchen zuzuschlagen.

Kerstin Junkes sortierte kurz nach halb zwei noch ihre Ware, den kurzen Schauer hatte sie zu Beginn mit ihrer Tochter und den Enkeln abgewartet. „Wir haben hier eine super Ecke abbekommen mit Zulauf von drei Seiten“, freut sich ihre Tochter. Sie bieten alles an, was aus drei Mädchenhaushalten zu klein geworden ist. Kerstin Junkes: „Ich finde es großartig, dass es den Kinderflohmarkt wieder gibt, aber Sonnabendvormittag wäre es schöner gewesen, noch mehr Laufkundschaft, wie früher.“ Ihr Vorschlag: „So etwas müsste es häufiger geben, auch gern von der Kirche organisiert zum Michaelisfest.“

Organisator und Veranstalter Helge Nickel erklärt jedoch, weshalb der Sonntag gewählt wurde: „Wir brauchen auch am zweiten Tag einen Publikumsmagneten, und das ist ganz klar der Kinderflohmarkt.“ An der Logistik will er im nächsten Jahr jedoch etwas ändern. Die Aufbauzeiten seien für beide Straßenseiten gleich gewesen, was teilweise für Chaos sorgte. „Die Familien fuhren nicht vor, luden aus und fuhren wieder weg. Sie packten gleich aus und bauten ihre Stände auf“, sagt Nickel. Das sei so nicht gedacht gewesen. Überzeugt ist er allerdings davon, dass sich im nächsten Jahr weit mehr als 30 bis 40 „kleine Händler“ anmelden werden. Viele Besucher sehen das ähnlich: „So gut, wie das hier angenommen wird, sind wir dabei.“

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erstellt am 18.Aug.2014 | 04:57 Uhr

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