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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 04:04 Uhr

Kleine Treppe ist einziger Ausweg

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fördermittel stehen auf der Kippe, wenn sich Politik gegen eine Treppe entscheidet / Verwaltung legt günstigen Kompromiss vor

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2016 | 05:40 Uhr

Eutins Treppenproblem kann ohne Einbußen von Fördermittel gelöst werden. So zumindest lautet der Tenor der Verwaltung als Reaktion auf den von der CDU beantragten Baustopp in der Peterstraße (wir berichteten).

Und so sieht der aktuelle Verwaltungsvorschlag aus: Die Treppe, etwa 2,50 Meter bis drei Meter breit, soll als Verbindungsstück zwischen der Peterstraße und der schon sanierten Straße Am Mühlenberg links am Protalis-Haus vorbeiführen. Der Telekom-Schacht bliebe bei der Variante unberührt. Der restliche Hang müsste mit einer kleinen Stützmauer abgefangen, ein Platz mit Sitzgelegenheit könnte gestaltet werden. Vor einem Jahr wurde dieser Entwurf als „Kellertreppe“ seitens der Politik abgetan, größere Visionen entstanden. Doch der Bau der amphitheaterähnlichen Treppe wurde unmöglich durch eine Mail der Telekom, in der das Unternehmen seine Genehmigung von Oktober zurückgezogen und „Bedenken hinsichtlich der Überbauung ihres Schachtes geäußert hat“, heißt es in der Vorlage. „Mich wundert da gar nichts mehr“, sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz auf die Problematik angesprochen. Die Verhandlungen laufen. Die Telekom selbst könne sich erst Anfang nächster Woche zum Vorgang äußern, hieß es auf OHA-Nachfrage.

Entscheidet sich die Mehrheit des Bauausschusses am 10. März für den Baustopp, gibt die Verwaltung folgendes zu bedenken: „Ein Verzicht auf die Treppenanlage und somit der Verzicht auf die Schaffung einer Verbindung von der Peterstraße zur Straße Am Mühlenberg könnte die Förderung für den Ausbau der Straße Am Mühlenberg sowie mögliche Teilbereiche der westlichen Peterstraße in Frage stellen.“ Denn die Schaffung einer zusätzlichen Verbindung vom Bahnhof in die Innenstadt über die Treppe sei wesentlicher Bestandteil im Förderantrag gewesen. Außerdem seien bereits Kosten für die Planung entstanden, die – sobald die Förderung entfällt – aus eigener Tasche zu finanzieren sind. Die Gesamtkosten inklusive Planerkosten beziffert die Verwaltung auf rund 238  000 Euro brutto, rund 180  500 Euro davon seien förderfähig. Die „kleine“ Treppe war ursprünglich mit 50  000 Euro beziffert. Bleibt abzuwarten, ob Politik den selbstverursachten Beigeschmack der „Kellertreppe“ von einst vergessen kann.

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