zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 15:54 Uhr

Kleine Polizeistation Nostalgie

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Innenminister Andreas Breitner informierte den Polizeibeirat über Strukturreform bei der Polizei im Kreis

von
erstellt am 14.Sep.2013 | 00:33 Uhr

Die Polizeistandorte Ascheberg, Kirchbarkau, Selent, Hohwacht, Probsteierhagen, Laboe und Wankendorf stehen offenbar zur Disposition. Im Kreis Plön regt sich dagegen Widerstand. Kritiker fürchten den Verlust des Sicherheitsgefühls und der Prävention aber auch lange Anfahrtwege. Innenminister Andreas Breitner warb am Donnerstag im Dialog für eine hohe Akzeptanz der polizeifachlichen Erfordernisse strategischer und taktischer Art. Er versprach, regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.

Der Polizeibeirat des Kreises Plön hatte Innenminister Andreas Breitner (SPD) ins Kreishaus geladen. Der sieht alle sieben Polizeidirektionen im Land in einem laufenden Reformprozess. Im Kreis Plön sei noch nichts entschieden, versicherte Breitner. Eine Arbeitsgruppe sei an der Arbeit, die Polizei dynamisch zu entwickeln. Fest steht, so Breitner: „Die kleine Polizeistation ist Nostalgie.“
Der Chef der Polizeidirektion Kiel, der Leitende Kriminaldirektor Thomas Bauchrowitz, versicherte, dass noch kein Ergebnis feststehe.

Lediglich die beabsichtigte Verschmelzung des 4. Polizeireviers in Kiel mit der Polizeizentralstation Schwentinental sei vom Tisch. „Die Nachteile überwiegen“, sagte Bauchrowitz. Er räumte aber auch ein, dass die Schließung von Polizeistationen einem Rückzug aus der Fläche gleichkomme. Die Polizei glaube jedoch, dass sie diesen Rückzug verantworten kann. „Die Erreichbarkeit würde deutlich besser werden“, versprach Bauchrowitz.

Der Fahrplan sieht vor, dass sich die Arbeitsgruppe Ende September mit den Eingaben und Resolutionen befasst. Spätestens Ende Oktober wird die Arbeitsgruppe ihren Bericht vorlegen. Bauchrowitz: „Erst dann wird die Polizei selbst über den richtigen Weg entscheiden.“ Danach beginne dann das politische Entscheidungsverfahren.

Historisch betrachtete Polizeioberrätin Maren Freyher aus der Arbeitsgruppe die Entwicklung der Polizei auf dem Land. Viele Stationen seien oft zufällig historisch gewachsen. Doch der Öffentliche Dienst sowie der Mitarbeiterschutz hätten sich weiter entwickelt. Freyher: „Das tradierte Bild der Polizei existiert heute nicht mehr.“ Die Gesellschaft sei ebenso mobil wie die Polizei. Die Technologie sei fortgeschritten. Im neuen Konzept gelten 12 bis 15 Kilometer als Obergrenze für die Erreichbarkeit einer Polizeistation.

Heute seien bereits die beiden Beamten aus der Polizeistation in Ascheberg in den Nachtdienst der Polizei eingebunden. Freie Tage oder auch Fortbildungen sorgen dafür, dass die Station auch mal nicht erreichbar ist. Verlässliche Ansprechpartner gibt es über den Polizeinotruf 110 rund um die Uhr. So könne die Eigensicherung verbessert werden, denn die Beamten sollen aufgrund zunehmender Gewalt nicht mehr allein zu den Einsätzen fahren. Breitner: „Drei- bis vier Mal pro Woche werden Beamte in Schleswig-Holstein verletzt.“

Ob die Zentralisierung der Polizei zielführend ist, bezweifelte Thomas Hansen (CDU). Er sieht bei den Beamten einen Verlust der guten Ortskenntnis und ihrer „Kunden“. Er fürchtete, dass es durch die Zentralisierung nicht mehr Personal gebe. In Kiel entstehen im Jahr immerhin rund 50 000 Überstunden, die abgebaut werden müssen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen