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Eutin : Kleine Lebensretter für alle Eutiner Schulen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Spendenaktion brachte 7000 Euro – genug für sechs Defibrillatoren.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 14:07 Uhr

Der Anlass ist traurig, die Strahlkraft des Projektes enorm: Vor zwei Jahren erhielt Ole, damals zehn, die Diagnose „Long-QT-Syndrom“ beim Kinderkardiologen. Es ist ein seltener Herzfehler und Menschen, die mit der Diagnose leben müssen, sind im Ernstfall auf einen Defibrillator angewiesen.

Esther Timm, Notfallsanitäterin und Johanniter-Dienststellen-Leiterin in Eutin, erinnert sich noch gut an den Tag, als Klaus-Peter Lundius aufgelöst anrief und fragte: „Was sollen wir jetzt bloß machen?“ Timm und andere Engagierte fingen an Kuchen zu backen und beim Jubiläum des Rettungshubschraubers „Christoph 12“ Spenden zusammeln. Die Aktion „Ein Defi für Ole“ war geboren. „Nachdem es bekannter wurde, kamen Menschen zu mir in die Dienststelle und steckten etwas in die Dose, andere überwiesen Spenden oder Unternehmen überlegten sich, wie sie uns unterstützen können“, erinnert sich Esther Timm.

Für Ole sollte es eigentlich eine Defi-Weste sein, doch es stellte sich schnell heraus, dass das nicht leistbar war. „Für Ole haben wir einen Defibrillator gekauft, den er immer bei sich trägt“, sagt Timm. Die kleine rote Tasche hängt stets an seiner Seite. Oles Vater, der ehrenamtlicher Ortswehrführer Klaus-Peter Lundius, regte damals bei Altbürgermeister Klaus-Dieter Schulz an, dass auch an den Schulen, das lebenswichtige Gerät installiert sein müsste. Die Gustav-Peters-Schule am Standort Blaue Lehmkuhle bekam als erstes einen Defi.

„Nach dem Kauf von Oles Gerät blieb noch Geld übrig, für Ole stand ein Schulwechsel an die Wilhelm-Wisser-Schule an und so haben wir geschaut, wie wir die restlichen Spenden am gerechtesten für die Sache einsetzen können“, erklärt Timm, „und haben uns entscheiden, dass nun alle Eutiner Schulen einen Defibrillator überreicht bekommen.“ Dank der Unterstützung von Kay Cyracks, Rettungssanitäter und Mitarbeiter der Firma AED und Partner, wird der alarmgesicherte Schrank, der dringend um das Gerät gehört, dazu geschenkt und spätestens in den Herbstferien montiert. Und, was sagt der heute zwölfjährige Ole dazu? „Ich finde es klasse, dass so viele Menschen dafür Geld gegeben haben.“ Wenn die Menschen noch regelmäßig ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen, sei viel geschafft, sagt Timm.

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