zur Navigation springen

Klausberger kontert: Keine dicke Luft in den Backstuben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 11.Aug.2015 | 12:25 Uhr

Erstaunt ist Hans-Peter Klausberger, stellvertretender Landesinnungsmeister des Bäckerhandwerks, über die Ankündigung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), in den aktuellen Verhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, wenn sie weiter „auf stur schalten“ (OHA vom 11. August). Einige Aussagen des NGG-Geschäftsführers Dirk Himmelmann seien schlicht unzutreffend, darunter die Aussage, dass die Verhandlungen mit der Bäcker-Innung Nord geführt würden: „Tarifpartner ist der Landesinnungsverband, nicht die Bäckerinnung Nord“, betonte Klausberger. Falsch sei auch, dass es seit Juni keinen Tarifvertrage mehr gebe: „Der aktuelle Manteltarifvertrag läuft noch bis 31. Mai 2017, ausgelaufen ist nur der Lohntarifvertrag, was aber keine Folgen für die Arbeitnehmer hat, die bekommen ihren Lohn normal weiterbezahlt.“

Erstaunt sei er auch über die Erklärung des NGG-Funktionärs, weil die Tarifverhandlungen im Bäckerhandwerk bislang immer vernünftig und sachlich gelaufen seien. Es herrsche auch keine „dicke Luft“ in den Backstuben.

Klausberger weiter: „Ich habe nichts gegen Gewerkschaften und es ist klar, dass es Lohnerhöhungen geben muss. Aber in Schleswig-Holstein und Hamburg werden im Bäckerhandwerk mit die höchsten Löhne gezahlt, und wir würden gerne einen bundesweit einheitlichen Lohntarif erreichen.“ Vor diesem Hintergrund sei auch der Hinweis der NGG auf bereits erfolgte Tarifabschlüsse in anderen Regionen zu bewerten: Die müssten erst mal das im Norden vorhanden Niveau erreichen.

Den Gewerkschaften müsse auch klar sein, dass viele Arbeitgeber mit dem Rücken an der Wand stünden: „Jeden Tag schließt in Deutschland eine Bäckerei.“ Vor allem in den kleinen Betrieben seien die Lohnkosten der höchste Kostenanteil. Große Betriebe reduzierten diesen Kostenfaktor durch den Einsatz von Maschinen, die sich von gering qualifiziertem und bezahlten Personal bedienen ließen: „Da braucht man keine ausgebildeten Bäcker mehr, sondern nur noch einen, der den Knopf einer Maschine drückt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen