Studie ist finanziert : Klares Signal für Hein Lüttenborg: 4000 Euro Spende ersetzt Gemeindeanteil

Die fehlenden 4000 Euro und mehr waren in wenigen Tagen zusammen.
Die fehlenden 4000 Euro und mehr waren in wenigen Tagen zusammen.

Verein „Schienenverkehr Malente–Lütjenburg“ hatte in kurzer Zeit das Geld zusammen.

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02. April 2021, 11:00 Uhr

„Ich bin überwältigt und total geflasht“, sagte Bürgermeisterin Tanja Rönck während einer Spendenübergabe von 4000 Euro von dem Verein „Schienenverkehr Malente–Lütjenburg“. Mit dem Betrag wird der Malenter Anteil zur Machbarkeits- und Potenzialanalyse zur Reaktivierung der Strecke zwischen Malente und Lütjenburg finanziert.

Weiterlesen: Gemeinde gibt kein Geld für die Studie

Mit dieser Studie, die insgesamt rund 50.000 Euro kostet, sollen die Realisierungschancen des Vorhabens untersucht werden. Nachdem die Gemeindevertretung mehrheitlich die Bereitstellung der Mittel abgelehnt hatte (der OHA berichtete), hat der Verein innerhalb von nur drei Tagen die notwendige Spendensumme gesammelt.

30 Menschen spendeten 5100 Euro

30 Bürgerinnen und Bürger aus Malente und dem Umland spendeten über 5100 Euro, wobei weitere Beträge in Aussicht gestellt wurden. „Diese Tatsache und die überwältigende Welle aus Solidaritätsbekundungen, die den Verein erreichte, dokumentiert eindrucksvoll, wie sehr die Menschen in der Region hinter diesem Reaktivierungsprojekt zur Bahnstrecke stehen. Hätte es dafür noch einen Beweis gebraucht, ist dieser nun binnen einer Woche eindrucksvoll erbracht worden“, sagte der 1. Vorsitzende des Schienenvereines, Professor Heiner Monheim.

An der Veranstaltung am Donnerstag nahmen auch zahlreiche Kommunalpolitiker teil, die unisono betonten, das Projekt politisch zu unterstützen. „Wir waren immer für dieses Zukunftsprojekt und hoffen, dass die Begeisterung und das Engagement bleiben“, sagte Carmen Weber für die Fraktionen der SPD und der Grünen.

Natürlich unterstützen wir das Projekt politisch, aber nicht finanziell. Uwe Potz, CDU-Fraktionsvorsitzender
 

Für die CDU stellte der Fraktionsvorsitzende Uwe Potz klar: „Natürlich unterstützen wir das Projekt politisch, aber nicht finanziell.“ Auch die Vertreter der Freien Wähler Malente, Jürgen Baguhl, und der Politik für Malente, Bernhard Kardell, betonten, dass sie hinter den Plänen stünden. „Ich freue mich sehr, dass wir heute so ein einheitliches Bild geben“, sagte Kardell.

Professor Monheim berichtete, dass der Verein ein Vierteljahr Überzeugungsarbeit leisten musste, um die NAH.SH von der Sinnhaftigkeit der Schienenreaktivierung zu überzeugen. „Diese Strecke ist geeignet, um vieles zu probieren. Wir werden beweisen, dass wir den Schienenverkehr günstiger machen können“, sagte Monheim. Er sieht es jetzt als seine Hauptaufgabe an, den Landesverkehrsminister zu überzeugen.

Wichtiges Signal, das Bürger hinter dem Projekt stehen

„Dieses Spendenergebnis ist ein wichtiges Signal an die Landesregierung und den Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein NAH.SH, dass die Bürgerinnen und Bürger hinter dem Projekt stehen und mit ihrer Spende vermeiden wollen, dass dieses große Chance für die Verkehrsentwicklung verpasst wird“, sagte er und betonte, dass neben den Bürgern auch die Verwaltung und die Selbstverwaltung der Gemeinde Malente die Reaktivierung der Strecke als zukunftsweisendes Projekt weiterhin unterstützen. „Da in der Öffentlichkeit aufgrund der Ablehnung des kommunalen Anteils leider der Eindruck entstehen konnte, die politische Mehrheit der Malenter Gemeindevertretung würde das Projekt und den Verein nicht unterstützen, wollen wir gemeinsam mit der Selbstverwaltung die Gelegenheit nutzen, die entstandene falsche öffentliche Wahrnehmung zu korrigieren. und zu betonen, dass die Selbstverwaltung die Reaktivierung der Schienenstrecke Projekt weiterhin unterstützt“, führte Monheim weiter aus.

Blick nach vorne

Bürgermeisterin Tanja Rönck war die Begeisterung über den großen Zuspruch deutlich anzumerken. „Der letzte Donnerstag ist abgehakt, jetzt blicken wir nach vorne. Diese Spendenbereitschaft in schwierigen Zweiten ist ein Riesenbekenntnis. Die Reaktivierung wird ein Leuchtturmprojekt und ein Vorbild. Sie wird ein Reallabor für die Universitäten“, schwärmte die Verwaltungschefin, die selbst einen maßgeblichen Betrag gespendet hatte.

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