„Kiss Me, Kate“ und „Maskenball“

Hatten eine sehr gutes Jahr: Intendantin Dominique Caron und Geschäftsführer Falk Herzog.
Hatten eine sehr gutes Jahr: Intendantin Dominique Caron und Geschäftsführer Falk Herzog.

Dominique Caron übernimmt für ein weiteres Jahr die künstlerische Leitung der Festspiele / Kartenverkauf von Donnerstag an

shz.de von
17. August 2018, 10:40 Uhr

Die Oper „Ein Maskenball“ von Verdi, und das Musical „Kiss Me, Kate“ von Cole Porter sind das Programm der Neuen Eutiner Festspiele im nächsten Jahr, kündigten gestern Geschäftsführer Falk Herzog und Intendantin Dominique Caron an. Außerdem gaben Herzog und der Gesellschafter Joachim Scheele bekannt, dass Dominique Caron ein weiteres Jahr Intendantin bleibt.

Den Neuigkeiten vorangestellt wurde die gute Nachricht, dass in diesem Jahr eine Auslastung von fast 90 Prozent erreicht worden
sei. Gut 32 000 von 36 000 Karten seien bislang verkauft, sagte Pressesprecherin Ulrike Horstmann.

Dominique Carons Vertrag läuft Ende dieses Monats aus. Die Entscheidung auf eine Verlängerung um ein Jahr sei den Gesellschaftern nicht schwer gefallen, sagte Herzog: „Wir haben ein sehr gutes Jahr zusammen gehabt.“ Die kurze Zeitspanne begründete der Geschäftsführer mit den noch ausstehenden Ergebnissen des Gutachtens, die im Herbst erwartet würden. Für eine mögliche Neuausrichtung auf Grundlage der Erkenntnisse wollten die Festspiele in der künstlerischen Ausrichtung frei bleiben. Als weiteren Erfolg verbuchte die Geschäftsführung für sich, die Saison von strukturellen Fragen frei gehalten zu haben.

Dominique Caron wird 2019 die Oper „Un ballo in maschera“ (Maskenball) inszenieren. Für das Musical „Kiss Me, Kate“ stehe wieder Hardy Rudolz bereit, den Caron seit den 80er-Jahren kennt. Rudolz habe sich in der Musicalwelt einen Namen gemacht. Drittes Standbein wird ein Programm für Kinder und Jugendliche im Torhaus sein.

Wer an Oper und Musical Interesse hat, der kann schon ab Donnerstag, 23. August, Karten kaufen. Ein Frühbucherrabatt von 15 Prozent gilt bis 31. Oktober. „Den Kartenverkauf während der noch laufenden Saison zu starten, ist ein Novum für uns“, sagte Horstmann und verwies auf eine weitere Änderung. In der Spielzeit 2019 bekämen die Besucher die Gelegenheit, an einem Wochenende beide Stücke zu sehen. Damit gingen sie auf Wünsche von Urlaubern ein: Eine Reaktion auf erste Erkenntnisse aus dem seit Februar geschalteten Online-Portal mit elektronischer Analyse. Eines der Ergebnisse verriet Herzog: „Es kommen wenig Eutiner zu uns.“ Die Gesamtanalyse werden die Festspiele Ende August präsentieren.

Verlässlichkeit will die Oper für ihr Publikum, in dem sie jede Woche drei Vorstellungstage bietet, und zwar im wöchentlichen Wechsel Donnerstag, Freitag und Sonnabend oder Freitag, Sonnabend und Sonntag. „Dann wissen die Menschen, dass freitags und sonnabends bei uns immer etwas stattfindet“, erklärte Horstmann.

Die Festspielmacher wollten mit dieser Saison der touristischen Ausrichtung der Region Rechnung tragen, aber auch alte Fahrwasser verlassen, wie Herzog sagte. Das sei gelungen. Aber trotz dem Erfolg in dieser Spielzeit hüteten sie sich vor Höhenflügen: „Dieses Jahr verbuchen wir nicht als Normalität.“ Dringendes Ziel sei es, sogenannte Regen-Rücklagen zu schaffen, die es früher immer gegeben habe. In den vergangenen acht bis zehn Jahren sei nicht investiert worden. Der Stau müsse abgebaut werden. Dabei werde die Tribüne zum Schwergewicht, das allein mit lokalen Mitteln nicht gestemmt werden könne.

Die Spielzeit 2018 klingt in der nächsten Woche mit den letzten Vorführungen von La Traviata und My Fair Lady aus. Verlockender Abschluss soll der Gala-Abend am 31. August um 20 Uhr werden – mit einem musikalischen Spagat aus Tradition und Moderne. Das Programm „Hallo Weber, hello Bernstein“ sei nicht vernünftig. „Aber wir wollten die besten Stücke aussuchen. Und wir haben Künstler, die den Spagat können“, sagte Caron.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen