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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 23:54 Uhr

Kirsten Bruhn hat ihr eigenes Bad

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gebürtige Eutinerin und vielfache Welt-Europameisterin und Paralympics-Siegerin ist Namensgeberin der Eutiner Schwimmhalle

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Kirsten Bruhn erinnert sich genau: Der Bikini, den sie 1972 als Dreijährige in der Eutiner Schwimmhalle trug, war pink. Schwimmen wurde zu ihrer Lieblingssportart, anfangs in Eutin, später nach dem berufsbedingten Umzug ihrer Eltern in Neumünster. Schwimmen wurde auch nach dem schweren Motorradunfall 1991 in Griechenland, bei dem sie eine inkomplette Querschnittslähmung davontrug, der wesentliche Grund für Lebensmut und den Willen zum Erfolg. Stolz und gerührt unterzeichnete die gebürtige Eutinerin die Urkunde, die dem Schwimmbad den Namen „Kirsten-Bruhn-Bad“ gibt.

Die Namensgeberin machte Werbung für ihren Sport – und zeigte mit ihrer Rede, dass die Stadt und die Stadtwerke Eutin mit der Umbenennung die richtige Wahl getroffen haben. Sie gab in ihrer sehr persönlichen Ansprache einen kurzen Einblick in den Werdegang, der sie sportlichen Erfolgen und zu ihrem Einsatz für den Rehabilitationssport, den Weißen Ring und das Deutsche Rote Kreuz führte. Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz berichtete, dass die frühere Stadtvertreterin Gudrun Orlick die Idee gehabt hatte, der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Stadtvertretung, Hans-Georg Westphal, brachte den Vorschlag offiziell ein – und stieß fraktionsübergreifend auf Zustimmung. Deutsche, Europa- und Weltrekorde, Meistertitel, paralympische Medaillen und 2012 der Fernsehpreis „Bambi“ in der Kategorie Sport stehen in Kirsten Bruhns Biografie. Aber ihre Ausstrahlung geht weit darüber hinaus. „Wir brauchen Vorbilder in unserer Gesellschaft“, sagte Marc Mißling, Geschäftsführer der Stadtwerke Eutin. Und zu Kirsten Bruhn gewandt: „Sie beweisen, dass schwierige, manchmal unmöglich scheinende Wege zum Erfolg führen können.“

Bürgervorsteher Dieter Holst (CDU) stellte fest, dass Hans Heinrich Sievert, Zehnkampf-Weltrekordler und Olympiateilnehmer 1932 in Los Angeles und 1936 in Berlin der Sporthalle nahe des Kirsten-Bruhn-Bades seinen Namen gegeben hatte. Es passe zusammen, dass ein olympischer Athlet und eine vielfache Medaillengewinnerin bei Paralympics als Namensgeber der beiden Sportstätten seien.

Beruflich ist Kirsten Bruhn für das Unfallkrankenhaus in Berlin Botschafterin für Reha und Sport. Sie freute sich sichtlich über die Ehrung. Kirsten Bruhn stellte ihre Familie in den Mittelpunkt ihrer Dankesrede und enthüllte anschließend das Namensschild – aber eigentlich wäre sie wahrscheinlich lieber in „ihr Bad“ gegangen und hätte ein paar Runden gedreht.

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