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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 18:41 Uhr

Kirchenkreis spendet großzügig

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Flüchtlingsfonds für Gemeinden und Spendenprojekt für Lager in Jordanien

Gleich zu Beginn schwärmte Propst Dr. Daniel Havemann in der Plöner Nikolaikirche vom Wortspiel seines Autokennzeichens. Leider, so teilte er den über 140 Gästen des Jahresempfangs des Kirchenkreises Plön-Segeberg aber mit, funktioniere dieses Wortspiel nur mit einem Segeberger Kennzeichen: SE-IT 1517. Es verweist auf das Jahr 1517, das Jahr der Reformation, die die evangelische Kirche im kommenden Jahr groß feiert.

Das Jubiläum zu 500 Jahren Reformation falle in eine Zeit, in denen wesentliche Reformationsbegriffe vielen Menschen fremd geworden seien, führte Havemann aus. Luthers Idee des allgemeinen Priestertums bedeute die religiöse Selbstbestimmung, sagte der Propst. Das umfasse die Freiheit, den Sinn außerhalb der Kirche zu finden. „Das bietet uns aber auch die Chance, die Potenziale der Reformation wieder neu zu entdecken.“

Dann schlug Haveland den Bogen zur aktuellen Flüchtlingssituation: „Die Flüchtlingshilfe ist gelebte Nächstenliebe, die ohne das allgemeine Priestertum nicht denkbar wäre.“ Darüber hinaus sei das allgemeine Priestertum ein Kreuz gegen den Dämon des vereinfachten Denkens von Pegida und der AfD-Bundessprecherin Frauke Petry. Denn es gestehe jedem das eigene Denken zu.

Gemeinsam mit seinem Propst-Kollegen Erich Faehling stellte Havemann anschließend das Spendenprojekt „Care-Pakete für Irbid“ vor. Der Kirchenkreis wolle die Flüchtlingshilfe in zwei Richtungen stärken, berichtete Faehling. So solle die Arbeit in den Gemeinden mit einem 50  000 Euro umfassenden Flüchtlingsfonds unterstützt werden. Aber auch dort, wo die Flüchtlinge zuerst ankommen, will der Kirchenkreis helfen. Und so stellt er 75  000 Euro für Nahrungsmittelhilfe im jordanischen Flüchtlingslager Irbid an der syrischen Grenze bereit. 50  000 Euro werden sofort überwiesen, die restlichen 25  000 Euro hoffe der Kirchenkreis im Laufe des Jahres durch Spenden auf 50  000 Euro aufstocken zu können.

Es war der erste gemeinsame Jahresempfang des Kirchenkreises Plön-Segeberg seit der Fusion im Jahr 2007. „In Plön gab es diese Tradition schon lange, in Segeberg jedoch nicht“, erklärte Propst Havemann, weshalb bisher nur die Plöner einluden. Künftig aber soll es einen gemeinsamen Empfang geben, abwechselnd jedes Jahr in Plön und in Segeberg.



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erstellt am 07.Feb.2016 | 12:47 Uhr

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