Synode in Grömitz : Kirche will Ausgaben um zehn Prozent kürzen

Der Kirchenkreis Ostholstein verordnet sich selbst einen ehrgeizigen Sparkurs: Bis 2015 sollen bisherige Ausgaben in Höhe von einer Million Euro gestrichen werden.

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09. September 2011, 11:09 Uhr

grömitz | Das wäre ein Zehntel der rund zehn Millionen Euro, die dem Kirchenkreis 2010 aus der Kirchensteuer zuflossen. Über das Sparziel und mögliche Wege dahin berät die Synode am Montag (12. September) in Grömitz.

14 Monate lang hat ein vom Kirchenkreisvorstand angeregter Ausschuss beraten, "wie wir Strukturen unserer Arbeit in der Verwaltung, in den Diensten und Werken, in den Gemeinden so verändern können, dass kassenwirksam bis 2015 zehn Prozent vom Jahreskirchensteueraufkommen eingespart und zugleich die Einnahmen erhöht werden", erläuterte Propst Matthias Wiechmann.

Einsparungen soll es nach den Empfehlungen des Strukturausschusses vor allem im Bereich der Verwaltung, aber auch in den Kirchengemeinden geben. Entlassungen seien in der Verwaltung aber nicht zu erwarten, die Reduzierung von Stellen solle über die Neuordnung von Aufgabenbereichen sowie Ruhestandslösungen erreicht werden, stellt Wiechmann klar.

Den Kirchengemeinden werde empfohlen, Arbeitsbereiche stärker zu vernetzen, so der Propst weiter. Das biete den Vorteil, dass einzelne derzeit sehr prekäre Arbeitsverhältnisse durch Zusammenlegung mit benachbarten Gemeinden in Vollzeitstellen umgewandelt werden könnten: "Dadurch werden betroffene Mitarbeiter besser in die Lage versetzt, ihren Lebensunterhalt durch ihre Arbeit zu bestreiten."

Eine feste Größe im Haushalt des Kirchenkreises sollen die Dienste und Werke bleiben. Für sie müsse der Kirchenkreis zehn Prozent des Kirchensteueraufkommens einsetzen. Dazu zählen außer Diakonie, sozialen Diensten, Familien- und Lebensberatungsstellen auch Krankenhaus- und Notfallseelsorge, Altenheimseelsorge, Jugendwerk, Frauenwerk, Männer- und Familienarbeit sowie die Arbeitsstelle für Mission, Ökumene und Gerechtigkeit.

Neben den Spar-Empfehlungen stehen eine neue Satzung und Geschäftsordnung für den Kirchenkreis auf der Tagesordnung der Synode. Außerdem entscheiden die 88 Synodalen über eine Erweiterung des Kostenrahmens für Umbau- und Brandschutzmaßnahmen des künftigen Kirchenkreis-Zentrums für Dienste und Werke in Eutin in der Schloßstraße.

Etwa 121 000 Menschen gehören den 36 evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Ostholstein an. 2009 fusionierten die Kirchenkreise Eutin und Oldenburg.

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