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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 22:57 Uhr

Kirche sucht für LGS 100 Gartenhüter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ehrenamtler sollen Besucher durch Kirchgarten führen und für Natur begeistern. Geplante Höhepunkte: ein Talk-Format mit Prominenten und Fahrten im Nachbau des Jesusbootes über den Eutiner See.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 19:06 Uhr

Noch liegt das nasse Laub zu Füßen der großen Federbuchen im Garten hinter dem Zentrum des Kirchenkreises Ostholstein in der Schloßstraße. Lediglich Farbmarkierungen am Boden deuten an, in welchem Umfang sich in rund 100 Tagen die beiden Podeste um die riesigen unter Denkmalschutz stehenden Bäume erstrecken sollen. „Wir werden dann wie unter einem Dom sitzen können“, schwärmt Propst Peter Barz, als er die Planungen der Landschaftsarchitekten erläutert.

Zwei Podeste, das größere davon mit mehr als 200 Sitzplätzen, sind geplant. Aufgrund der empfindlichen Flachwurzler (Federbuchen, wir berichteten), bedarf es einer speziellen Konstruktion, um die Menschenmengen zu halten, sagt Barz. Es werde kein Betonfundament gegossen, sondern spezielle Schraubfundamente ähnlich wie große Gipsbetondübel, geben, so Barz. Vom Wetter sei der Baubeginn deshalb weniger abhängig als von dem noch fehlenden Bescheid des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Räume, wie LGS-Pastorin Claudia Süssenbach erklärt. „Dann kann es endlich losgehen.“ Anerkannt als Förderprojekt sei das Kirchenprojekt im Rahmen der Landesgartenschau schon. Die Aktivregion bezuschusse den 450  000 Euro teuren Garten mit 100  000 Euro, die Stadt Eutin habe bereits 26  800 Euro zugesagt, ein Antrag über weitere 30  000 Euro für 2016 liege den Gremien vor. Süssenbach: „Der Großteil kommt von der Nordkirche und den Nachbarkirchenkreisen. Die katholische Kirche unterstützt uns projektbezogen beispielsweise bei den drei großen Gottesdiensten auf der LGS-Hauptbühne zur Eröffnung, zu Pfingsten und am Ende.“

Barz betont: „Wir bauen nicht für die LGS, sondern anlässlich der LGS. Wir wollen den Garten öffnen, als Kirche bei den Menschen sein. Das ist ein toller Ort in Eutin, und wir wollen ungezwungen den Kontakt bieten.“ Auch Veranstaltungen außerhalb von Kirche seien nach der LGS denkbar, beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Ostholstein-Museum.

Neben den Podesten ist ein Pfad durch den Garten von der Stadtbucht aus mit insgesamt sieben Stationen geplant, die allesamt das Thema des Gartens „Wie ein Baum am frischen Wasser gepflanzt“ berühren: Vom Taufbrunnen symbolisch für das entstehende Leben, über einen Wunsch- und Gebetsbaum bis hin zu zwei im Sterben begriffenen Lindenstümpfen, die immer wieder ausschlagen und grünen. Süssenbach: „Der Besuch der Menschen soll über die reine Betrachtung des Gartens hinaus gehen, sie sollen angeregt werden, über die Früchte ihres Lebens nachzudenken.“ Dabei helfen sollen die rund 100 ehrenamtlichen Gartenhüter, die dem Garten nach Süssenbachs Definition überhaupt erst ein Gesicht geben und als einladende Gastgeber fungieren sollen (Infokasten). Rund 50 haben sich schon angemeldet, darunter auch Gartenschauerfahrene aus Koblenz und die gelernte Entspannungspädagogin Barbara Forthmann (56), die vor drei Jahren vom Niederrhein nach Ostholstein zog: „Ich wurde angefüttert durch das Projekt mit dem alten Pfarrgarten in Schönwalde. Da kann man schon jetzt sehen, welche Vielseitigkeit in den Menschen durch die Natur geweckt wird. Ich freue mich darauf, die Menschen von der Natur zu begeistern.“

Höhepunkte im Kirchenprogramm zur LGS sollen der Nachbau des Jesusbootes aus Schleswig sein, das im August in der Stadtbucht festmacht und mit dem kleine Gruppen über den Eutiner See fahren können, während Bibelgeschichten erzählt werden. Außerdem soll es ein Talkformat geben, das überregionale und bundesweite Prominenz unter die Buchen holt und sie über den Antrieb und die Früchte ihres Lebens sprechen lässt.

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