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SHMF in Plön : King’s Singers locken 600 Zuhörer in die Nikolaikirche

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein weltberühmter Chor aus England begeistert sein Publikum. Das Sextett spannte einen musikalischen Bogen von der Renaissance über die Romantik bis zu den Beatles.

Nein, es war nicht Heiligabend – und trotzdem die Kirche so voller Menschen: 600 Zuhörer waren Sonnabend in der Nikolaikirche, füllten Bänke und zusätzlich ins Mittelschiff gestellte Stuhlreihen. Gelockt hatte sie ein englischer Chor mit weltweit gutem Ruf, und belohnt wurden sie mit einer Fülle an musikalischen Schätzen, deren Bogen sich von der Renaissance über die Romantik zu Evergreens des 20. Jahrhunderts spannte.

Der erste Auftritt der King’s Singers war 1968. Der Name leitet sich vom King’s College in Cambridge ab, die Gründer waren alle Chor-Studenten. Von ihnen ist heute keiner mehr dabei. Am längsten, seit 24 Jahren, gehört Countertenor David Hurley zu dem Sextett. Tenor Paul Phoenix singt seit 1997 mit, Christopher Gabbitas (Bariton) seit 2004, Timothy Wayne-Wright (Countertenor) seit 2009 und Jonathan Howard (Bass) seit 2010. Mit Christopher Bruerton (Bariton) ist seit 2012 erstmals ein Nicht-Engländer dabei, als Neuseeländer kommt er immerhin aus dem Commonwealth.

„Hinsichtlich ihres Repertoires besitzen die King’s Singers eine unglaubliche Bandbreite, sodass sie sich im Bezug auf ein bestimmtes Genre nicht wirklich kategorisieren lassen,“ heißt es im Internet-Lexikon Wikipedia. Das ist treffend.

In Sachen Qualität ist die Definition einfacher: Sehr groß in Sachen Stimmsicherheit, selbst bei schwierigsten Partien. Sehr groß auch bei Homogenität des Gesanges, bei Rhythmik und Dynamik.

Den Bach der Hochrenaissance, Orlando di Lasso (1532–1594), stellten die King’s Singers im ersten Programmteil dem romantischen Meister Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809– 1847) gegenüber. Der eine ein Tonsetzer, der meditativ im Geistlichen und heiter im Weltlichen wandeln konnte, während rund 250 Jahr später der andere auch durch seinen harmonischen Einfallsreichtum zum Pionier für den Chorgesang wurde.

Nach der Pause schottische Volkslieder, Lieder aus den USA – und zwei Beatles-Titel: „Blackbird“ und „And I love her“. Wie zeitlos schön doch die Musik des Liverpooler Quartetts ist. Und wie wunderbar gut arrangierte Chorliteratur klingen kann...

Ob Renaissance oder close harmony: Einen Vorteil ziehen die King’s Singers aus der Existenz von zwei Baritonen und einem Bass. Die tieferen Stimmen stellen den zwei Countertenören und dem Tenor einen ausgewogenen Anteil entgegen. In der mit viel Hall belasteten Akustik einer Kirche kam der Chor bestens zurecht, besonders leise Partien schmeichelten dem Ohr. Gab’s gar nichts kritisieren? Doch. Die Kirchenbänke sind hart.

 

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erstellt am 04.Aug.2014 | 16:00 Uhr

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