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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 02:17 Uhr

Malente : Kinder- und Jugendarbeit eng vernetzt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bessere Leistung, weniger Kosten: Seit Offene Ganztagsschule, Schulsozialarbeit und Jugendtreff in Malente unter gemeinsamer Leitung stehen, läuft es rund

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erstellt am 06.Feb.2015 | 13:00 Uhr

Eines ist schon seit langem klar: Eine Schule ohne Sozialarbeiter und ohne Offene Ganztagsschule (OGS) kann sich eine Gemeinde heute kaum noch leisten. Und auch ein Jugendtreff sollte da sein, um Jugendlichen auch nach der Schule einen Anlaufpunkt zu bieten. In Malente war das alles zwar schon seit längerem vorhanden, doch werkelten die einzelnen Einrichtungen eher unverbunden voreinander hin. Das hat sich mittlerweile geändert: „Die einzelnen Säulen, die bislang nebeneinander existiert haben, sind nun unter einem Dach“, erklärte Bürgermeister Michael Koch und zeigte sich von den Auswirkungen der vor einem halben Jahr im Schulausschuss beschlossenen Neuorganisation begeistert: „Die Erfahrungen sind unwahrscheinlich positiv.“

Insgesamt sechs Mitarbeiter, die etwa vier Vollzeitstellen ausfüllen, kümmern sich um die Kinder und Jugendlichen. „Es ist von 8 bis 19 Uhr immer ein Pool von Ansprechpartnern vorhanden“, berichtet Julia Hinrichs (27). Die Kinder- und Jugendpädagogin leitet das Jugendkulturzentrum der Gemeinde, kümmert sich aber auch um die Schulsozialarbeit und arbeitet eng mit Olaf Bormann (37) zusammen. Der Erzieher ist seit fünf Jahren Leiter der OGS, die vom Kinderschutzbund Ostholstein betrieben wird.

Für Julia Hinrichs, die als einzige der sechs beteiligten Mitarbeiter bei der Gemeinde angestellt ist – alle anderen sind Mitarbeiter des Kinderschutzbunds –, hat sich die Situation deutlich gebessert. Sie sei früher als allein arbeitende Leiterin des Jukuz eine Einzelkämpferin gewesen, erklärte Koch. Nun habe sie die Möglichkeit, sich auch fachlich mit ihren Kollegen auszutauschen. Täglich von 11 bis 12 Uhr gibt es eine sogenannte Überschneidungsphase, in der sie sich mit Olaf Bormann bespricht. Davon profitierten auch die Schüler, weiß Kinderschutzbund-Geschäftsführer Henning Reimann: Es finde ein Informationsaustausch über die Kinder und Jugendlichen statt. Julia Hinrichs: „So können wir die Beziehungsarbeit mit den Kindern den ganzen Tag über pflegen.“ Anfängliche Befürchtungen, die Kooperation des Jugendtreffs mit der OGS könnte einige Schüler aus dem Treff vergraulen, hätten sich nicht bestätigt.

Die OGS ist montags bis donnerstags von 12.15 bis 17.45 Uhr geöffnet. Hier kommen durchschnittlich 80 von 364 Schülern. Der Treff auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr offen. Täglich kämen 15 bis 20 Kinder, Jugendliche, aber auch junge Erwachsene. Das Alter reiche von 13 bis 23 Jahren. „Dort kann ich auf einer ganz anderen Ebene mit den Kindern sprechen“, erklärt Hinrichs. „Das ist ein ganz anderes Setting.“ Die vor einiger Zeit von Bürgermeister Koch ins Spiel gebrachte Verlagerung des Jugendtreffs in die Schule ist unterdessen vom Tisch. Kinder- und Jugendarbeit unter einem Dach – das ist somit rein symbolisch zu verstehen.

Schulleiter Dr. Thilo Philipp ist von der neuen Kooperation angetan: „Es funktioniert einfach völlig reibungslos.“ Seine Stellvertreterin Astrid Fock pflichtet ihm bei: „Ich empfinde das als eine deutliche Verbesserung.“ Das ganze hänge aber auch an Personen und da sprach Fock angesichts der guten Zusammenarbeit zwischen Olaf Bormann und Julia Hinrichs ebenso wie Reimann von einem „Glücksfall“. Fock: „Die Schüler haben gemerkt, das ist eine Einheit.“

Die Betreuung der Schüler über den reinen Unterricht hinaus lässt sich die Gemeinde einiges kosten. Doch hier scheint durch die Neuorganisation die Quadratur des Kreises gelungen zu sein. Vorher habe die Gemeinde rund 240  000 Euro ausgegeben, jetzt lägen die Kosten bei gut 190  000 Euro, erklärte Koch. Möglich geworden sei dies durch Synergieeffekte. Die Gemeinde erhalte nun eine bessere Leistung, müsse dafür aber weniger Geld ausgeben.

 

 

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