Malente : Kieswerke Sieversdorf nehmen Ersatzfläche ins Visier

Da geht’s lang: An der Zu- und Abfahrt zur Kiesgrube soll sich auch durch die neue Fläche nichts ändern.
Da geht’s lang: An der Zu- und Abfahrt zur Kiesgrube soll sich auch durch die neue Fläche nichts ändern.

Die eigentlich geplante künftige Abbaufläche ist unergiebig. Deshalb strebt Hans-Peter Wandhoff eine Änderung des Flächennutzungsplans an.

Avatar_shz von
18. Oktober 2018, 14:10 Uhr

Kiesabbau gleich Kontroverse: Dass dies in der Gemeinde Malente nicht unbedingt eine Gesetzmäßigkeit ist, bewies die Sitzung des Planungsausschusses am Mittwoch. Dort stieß Hans-Peter Wandhoff, Chef der Kieswerke Sieversdorf, mit seinem Anliegen auf allgemeines Wohlwollen. Er will eine andere Fläche ausbeuten, als bislang im Flächennutzungsplan (F-Plan) der Gemeinde festgelegt. Es wurde zwar noch kein Beschluss gefasst, eine F-Plan-Änderung einzuleiten, doch Ausschussvorsitzender und CDU-Fraktionschef Uwe Potz machte Wandhoff Hoffnungen: „Du merkst, es ist eine positive Grundstimmung im Ausschuss“, fasste er die Lage zusammen.

Bislang sieht der F-Plan eine sechs Hektar große künftige Abbaufläche vor – direkt im Anschluss an die Kiesgrube südlich der Kreisstraße 1 zwischen Sieversdorf und Malkwitz. Diese Fläche will Wandhoff aufgeben und stattdessen den Kies unter einem vier Hektar großen Acker abbauen, der gegenüber der Sieversdorfer Grundschule liegt – zwischen der bisherigen geplanten Fläche und der K 1. Grund für den Sinneswandel ist eine Fehlbewertung der ursprünglich ins Auge gefassten Fläche: „Entgegen der Vermutung ist fast kein Kies darunter“, sagte Wandhoff. Eine Untersuchung habe aber ergeben, dass die Nachbarfläche wirtschaftlich abgebaut werden könne. „Wir sind auf die Fläche angewiesen“, betonte Wandhoff. Denn der Kies gehe zur Neige.

Der geplante Abbauzeitraum liege bei zehn bis zwölf Jahren, auf der neuen Fläche werde bislang intensiver Ackerbau betrieben. Nach dem Kiesabbau blieben nährstoffarme Böden zurück, die Lebensgrundlage für seltene Pflanzen und Tiere bildeten. „Das ist eine Bereicherung für die Natur“, warb Wandhoff. Die geplante Änderung bedeute nicht mehr Lkw-Verkehr, dieser werde über die bisherige Zu- und Abfahrt laufen, versicherte der Unternehmer. Zur Schule hin gebe es einen Wall als Sichtschutz, die Anlage verbleibe am alten Standort.

Die hochumstrittene F-Plan-Änderung für den Kiesabbau in Kreuzfeld hat das Land mittlerweile genehmigt. Der Weg dahin dürfte auch in Sieversdorf lang sein, selbst ohne Proteste. „Wir reden über einen Zeitschiene von mindestens einem Jahr“, erklärte Bürgermeisterin Tanja Rönck.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen