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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 14:38 Uhr

Malente : Kieswerk auf „steinigem Weg“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Geplante Änderungen beim Kiesabbau in Kreuzfeld sind voraussichtlich nur schwer mit dem Landschaftsschutz in Einklang zu bringen.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2014 | 18:28 Uhr

Der Kiesabbau bei Kreuzfeld soll neu geordnet werden. Dafür strebt Volker Wandhoff, Eigentümer der Kieswerke und Gemeindevertreter, eine Änderung des Flächennutzungsplans an. Zwar stimmte der Planungsausschuss bei einer Gegenstimme zu, dieses Vorhaben in Angriff zu nehmen. Doch ob und in welchem Umfang Kreis- und Landesbehörden den „Wunschkatalog des Antragstellers“, wie es Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein formulierte, erfüllen, erscheint fraglich. „Da gibt es noch einen steinigen Weg“, formulierte Nagel. Das gilt auch für eine zusätzliche Abbaufläche, die der Kreis aus dem Landschaftsschutz entlassen müsste. Nagel: „Auch da ist ein dickes Brett zu bohren.“

Im Einzelnen plant Wandhoff östlich des Holmer Wegs verschiedene Sondergebiete. Zum einen sollten damit Nutzungen von Teilbereichen des Kies- und Schotterwerks abgesichert werden, also Anlagen zur Herstellung von Transportbeton, sand- und kiesgebundenen Baustoffen und Mörtel. Zum anderen sollen auch Flächen für Motocross und Fahrradcross entstehen. Beides sieht der Dorfvorstand jedoch kritisch. Für die Crossradler gebe es keinen Bedarf, da diese im Wald aktiv seien, hieß es in einer Stellungnahme von Dorfvorsteher Wilfred Knop, die Bürgermeister Michael Koch verlas, da Knop verhindert war. Zudem wies Knop darauf hin, dass die Genehmigung für Motocross 2015 auslaufe. Ein Sondergebiet sei nur dann sinnvoll, wenn die Unter Naturschutzbehörde eine Möglichkeit sehe, dies zu verlängern.

Auf Nachfrage erklärte Seniorchef Johann-Peter Wandhoff, die Motocross-Anlage solle zehn Meter tiefer gelegt werden. Zuvor hatte Anwohner Rolf Röhling gewarnt, dass die Lärmbelästigungen erheblich zunähmen, wenn die Motocrossanlage künftig höher liegen würde. Auch Bürgermeister Michael Koch verwies auf Lärmbelästigungen, die je nach Windrichtung bis nach Malkwitz reichten.

Ein weiteres Anliegen der Betreiber betrifft eine zusätzliche Kiesabbaufläche von etwa 8 Hektar. Über diese Fläche wolle man die bereits genehmigte Abbaufläche im Nordwesten des Holmer Wegs erschließen, erläuterte Johann-Peter Wandhoff. Der Vorteil: Auf diese Weise könne man eine wertvolle Baumallee schonen, die zwischen dem aktuellen und dem künftigen Abbaugebieten liege.

Außerdem geplant ist ein Gewerbegebiet. Hier sollen allerdings keine neuen Firmen angesiedelt werden, sondern acht Betriebe, die derzeit in der Kieskuhle verstreut liegen. Kritisch äußerte sich Rolf Röhling darüber, dass die Änderungspläne für den Flächennutzungsplan in der Dorfschaft nicht bekannt gewesen seien: „Wir stehen da und wissen von gar nichts.“ Erst aus der Zeitung habe er von dem Tagesordnungspunkt im Planungsausschuss erfahren, monierte Röhling.

Koch kündigte an, die Gemeinde wolle durchaus informieren. Dies solle mit Vertretern des Kreises auf einer der nächsten Dorfschaftsversammlungen geschehen. Und auch Johann-Peter und Volker Wandhoff kündigte Gespräche an: „Wir wollen mit der Dorfschaft zusammenkommen, um alles zu bereden.“ Dabei soll es auch um das westlich der Kieskuhle gelegene Betonröhrenwerk gehen, das Volker Wandhoff Ende Dezember gekauft hat. Derzeit verhandle er mit den Vorbesitzern noch über die Übernahme der Maschinen, erklärte Wandhoff. „Wir würden den Betrieb eventuell fortsetzen.“ Es sei beabsichtigt, das Werk zu versetzen, was einem Neubau an anderer Stelle entspreche.

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