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Kienitz verlässt die FWG – und streitet mit Tech

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 19.Jan.2016 | 18:16 Uhr

Dem Knalleffekt folgte heftiges Nachkarten: Am Wochenende erklärte Martin Kienitz (Foto) seinen Austritt aus der FWG und der von Malte Tech geführten FWG-Kreistagsfraktion. Während die Fraktion damit auf vier Mitglieder geschrumpft ist, eskalierte der Streit zwischen Kienitz und Tech.

„Er ist im Grunde nicht teamfähig“, sagte Tech und attestierte seinem bisherigen Mitstreiter „Selbstherrlichkeit“. Er habe versucht, Kienitz einzufangen, doch das sei ihm nur zeitweise gelungen. Bei einer Fraktionssitzung am vergangenen Sonnabend habe Kienitz „keine Einsicht gezeigt, diese plötzlich verlassen und die Zusammenarbeit für beendet erklärt“. Dabei sei es auch um Anschuldigungen von Kienitz gegen einen Fraktionskollegen gegangen.

Kienitz, bisher Wortführer bei den Freien Wählern und engagiertes Mitglied der „Müllrebellen“, hatte seinen Austritt schriftlich mit monatelang anhaltenden internen Querelen begründet. Das habe ihn gehindert, bei ihm wichtigen Themen etwas zu bewegen, etwa bei der Rekommunalisierung der ZVO-Müllsparte oder dem Verhindern der Beltquerung.

Auf Techs Reaktion legte Kienitz gestern nach. Tech stehe nicht zu seinem Wort, und Fraktionsmitglieder erklärten ungehindert ganze, weniger begüterte Bevölkerungsgruppen für doof, ohne selbst einen Minimum an Einsatz zu zeigen. Der FWE-Kreisvorsitzende Hans Pohl versende rassistische und ausländerfeindliche Videoclips und Bildchen und verbreite ungehindert Pegida- und AfD-Positionen. In einer solchem Umfeld sei er tatsächlich nicht teamfähig.

Tech konterte: „Ich glaube, es gibt keinen größeren Pegida-Gegner, als ich es bin. Das ist bei uns nie verbreitet worden.“ Pohl war gestern Abend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Bereits im Dezember verließ Stephan Hedicke die FWE-Fraktion. „Wahrscheinlich hat er die Spannungen nicht mehr ausgehalten“, sagte Tech. Er zeigte sich optimistisch, „dass jetzt wieder Ruhe einkehrt“ und die Fraktion wieder ohne stundenlange Diskussionen über einzelne Punkte arbeiten könne.

Kienitz erwägt nun, sein Kreistagsmandat zurückzugeben oder eine neue Fraktion zu gründen. Dafür bräuchte er aber mindestens einen Mitstreiter.

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