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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 18:16 Uhr

Kiel-Kanal: Jetzt steht der Terminplan

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gleich nach der Kieler Woche wird das Pflaster aufgerissen / Stadtwerke verlegen Leitungen / Bushaltestelle wird im Herbst umquartiert

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 15:12 Uhr

Allen Skeptikern zum Trotz: Die Stadt hält an ihrem Terminplan für den Bau des millionenschweren Kleinen Kiel-Kanals fest. „Die Baumaßnahme zur Realisierung startet planmäßig nach der Kieler Woche 2016“ – So lautet der wichtigste Satz im aktuellen Papier der Stadt zu den großen Vorhaben der Zukunft. Das bedeutet für die Verkehrsteilnehmer: In der Kieler Innenstadt wird es ab Sommer in den nächsten Jahren eng. Und spätestens 2019/20 soll die Holstenbrücke bereits unter Wasser stehen.

Noch vor wenigen Wochen war fraglich, ob die Umsetzung in absehbarer Zeit überhaupt möglich ist. Denn nebenan am Jensendamm streitet die Stadt mit der Projektgesellschaft Alte Feuerwache (PAF) um die Verantwortung für Straßenschäden, die bei Arbeiten für das neue Wohnquartier aufgefallen sind. Einig ist man sich dort aber immerhin in der Absicht, den Disput nicht jahrelang vor Gericht auszutragen, sondern auf das Urteil eines Gutachters zu vertrauen. Das bedeutet: Der Jensendamm, gegenwärtig noch eine Sackgasse, kann wieder geöffnet werden und den Ausweichverkehr der Holstenbrücke aufnehmen.

Allererste Maßnahme für das Großprojekt Kiel-Kanal werden ab Juli Arbeiten der Stadtwerke sein. Versorgungsleitungen, die dort im Erdreich laufen, werden verlegt. „Vertragsgemäß“, wie die Stadt betont. Ab Herbst folgen dann die umfangreichen Arbeiten zur Verlegung der jetzigen Bushaltestelle. Einige der wichtigsten Buslinien laufen gegenwärtig durch das Nadelöhr an der Holstenbrücke. Der Umzug der Haltestelle ist deshalb „zwingende Voraussetzung für die Sperrung der Holstenbrücke für den ÖPNV“, erklärt die Stadt.

Im Frühjahr 2017 soll dieses Stadium erreicht sein, zu diesem Zeitpunkt soll dann auch der Jensendamm wiedergestellt sein. Im folgenden Sommer – also bereits in gut einem Jahr – wird dann der Bereich Holstenbrücke komplett gesperrt, es beginnen die zentralen Tiefbau-Arbeiten an der großen Wanne des Kiel-Kanals. Wobei „Kanal“ eigentlich nicht das richtige Wort für das Projekt ist, die isolierte Wasserfläche wird keine Verbindung zu den Nachbargewässern besitzen. Weder zum Bootshafen knapp vor der Förde noch zum Kleinen Kiel mit seiner Seenlandschaft.

Für die Stadt Kiel bringt dieser aktuelle Terminplan finanzielle Entspannung. Knapp 3,4 Millionen Euro waren bislang im laufenden Jahr für das insgesamt 12,5-Millionen-Projekt vorgesehen, sie werden jetzt in das Haushaltsjahr 2017 verschoben. Für die Arbeiten noch in diesem Jahr sind „ausreichend Kassenmittel“ vorhanden, wie die Stadt festhält. Die (vorerst) eingesparte Millionensumme kommt dem Ausbau des Mühlendamms zugute. Die Kreuzung vor dem Citti-Park soll einen direkten Anschluss an die Autobahn erhalten. Das Auftragsvolumen liegt hier bei 17,5 Millionen Euro.

Der Kleine Kiel-Kanal soll einen „Hauch von Venedig“ in den Norden bringen. Die Innenstadt wird nach Überzeugung der Projektbefürworter an „Aufenthaltsqualität“ gewinnen und Kiel ein „Alleinstellungsmerkmal“ einbringen – was etwa mit Blick auf die Kreuzfahrer von Bedeutung ist. Der Hamburger Unternehmer Michael Bürgers will das leerstehende „Brücke“-Kino zum Gastronomie-Zentrum umbauen. Und wie er warten auch andere Investoren nur auf den ersten Spatenstich an der Holstenbrücke.  

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