Erneuerbare Energien : Kiel billigt Windpark in Gemeinde Bosau

Neue Planungen des Landes sehen erstmals Windenergie im Naturpark Holsteinische Schweiz vor.

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25. Mai 2012, 10:47 Uhr

Eutin | Premiere für den Naturpark Holsteinische Schweiz: Erstmals soll in diesem besonderen, vor allem der Erholung dienenden Landschaftsgebiet Platz für einen großen Windpark geschaffen werden. Das sieht der neue Entwurf des Landes zur Ausweisung geeigneter Flächen für Windenergie vor.

Konkret geht es um einen bisher öffentlich kaum diskutierten Standort in der Gemeinde Bosau, der laut Übersichtskarte des Innenministeriums auf fast 70 Hektar Land nahe der Dörfer Hutzfeld und Brackrade ausgewiesen werden soll. Auch Bernd Straßburger, Leiter des Kreisbauamtes, äußerte sich überrascht: "Bisher hatten wir aus Kreissicht den Naturpark eher als weniger geeignet für Windkraftanlagen gesehen."
In Ostholstein kommen so noch 350 Hektar zu den Planungen hinzu

Nach Straßburgers Angaben ist für den Planungsraum Lübeck/Ostholstein erstmals auch eine große Eignungsfläche bei Kniphagen in der Gemeinde Schönwalde vorgesehen. Für dieses Areal hat die Gemeinde bereits die entsprechende Bauleitplanung in die Wege geleitet.

Die Vorhaben in den Gemeinden Bosau und Schönwalde gehören zu den Projekten, die zusätzlich in die Gebietskulisse zur künftigen Nutzung der Windenergie in Schleswig-Holstein aufgenommen werden sollen. Für Ostholstein kommen so noch einmal 350 Hektar zu der bisher in Kiel bereits vorgesehenen Erweiterung um gut 1000 Hektar hinzu. Bisher sind im Kreisgebiet rund 2500 Hektar für Windkraftanlagen ausgewiesen.

Die neue Planung, die den Windmüllern im Kreis rund 3850 Hektar Nutzfläche zugesteht, würde Ostholstein mit 2,4 Prozent der Kreisfläche zu einem Hauptstandort der Windenergie im Norden machen. Investoren und Gemeinden hatten noch weitergehende Wünsche angemeldet. Im Beteiligungsverfahren, das am 11. Juli endet, will das Land aber nur noch Stellungnahmen zu den neuen Ausweisungen entgegennehmen. Wegen des knappen Zeitplans werden die kommunalen Gremien Sondersitzungen einlegen müssen.

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