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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 06:41 Uhr

Kfz-Zulassung kostet Nerven

vom

Krankheitsfälle, gestörte IT und außergewöhnlich hohe Fallzahlen führen zu teils über zwei Stunden Wartezeit

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eutin | Wartezeiten von zwei Stunden und mehr: In der nach der Schließung in Oldenburg nunmehr einzigen Zulassungsstelle des Kreises Ostholstein in Eutin mussten Autofahrer in den vergangenen Wochen Geduld mitbringen - viel Geduld: Mancher musste gar vier Stunden warten oder am nächsten Tag wiederkommen.

Die nervigen Wartezeiten beschäftigten gestern auch den Kreistag. Die SPD-Fraktion wollte von Landrat Reinhard Sager wissen, was es mit der Warterei auf sich hat. Sagers Botschaft: Es gibt ein Problem, dieses ist erkannt und Maßnahmen zur Lösung wurden ergriffen. "Wir haben reagiert. Es war uns nur nicht möglich, das sofort abzustellen", erklärte Sager.

Zu der Misere führten nach Angaben des Landrats mehrere Probleme. Zum einen habe es im Frühjahr einen über das übliche Maß hinausgehenden Anstieg der Fallzahlen gegeben. So seien die Zulassungen im April auf fast 9000 gestiegen, im März seien es noch 7432 und im Januar 6540 gewesen. Dann habe es unter den zwölf Mitarbeitern mehrere Krankheitsfälle gegeben und schließlich hätten auch die Computer mehrfach Ausfallerscheinungen gezeigt. An einem Tag habe es gar einen kompletten Ausfall der IT gegeben. Sager: Das hat uns vor zum Teil fast unlösbare Probleme gestellt." Dies alles habe sich kurzfristig nicht kompensieren lassen, obwohl die Mitarbeiter unter Verzicht auf ihre Pausen dies versucht hätten.

Mittlerweile hätten fünf Teilzeit-Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten heraufgesetzt, so dass insgesamt die Wochenarbeitszeit um 31 Stunden gestiegen sei. Außerdem arbeite eine Kraft aus der Führerscheinstelle nun in der Zulassungsstelle. Darüber hinaus plane die Kreisverwaltung, eine weitere Stelle durch die Einstellung eines Lehrlings zu schaffen und denke über die Anschaffung eines Kassenautomaten nach.

Dennoch hat sich die Situation noch nicht normalisiert, wie die aktuellsten Zahlen zeigen, die Sager gestern vortrug: Demnach hatten nur 40 Prozent aller Antragssteller in der Zulassungsstelle ihr Anliegen innerhalb einer Stunde erledigt, am Tag davor waren es immerhin 64 Prozent.

FWG-Fraktionschef Malte Tech wies auf die Parkplatznot hin, die mit den langen Wartezeiten für die Autobesitzer einhergehe. Annette Schlichter-Schenck, SPD-Kreistagsabgeordnete aus Oldenburg, machte die Schließung der Zulassungsstelle in Oldenburg für die Misere mitverantwortlich: "Die Bürger aus dem Nordkreis sind stinkesauer", erklärte sie. Die Schließung habe nicht nur höhere Kosten, sondern auch längere Wartezeiten für Bewohner des Nordkreises gebracht. Diesem Eindruck widersprach Sager energisch: "Der Nordkreis hat sich rucki-zucki auf die Situation eingestellt", erklärte er mit Blick auf Unternehmen, die einen Service für die Zulassung von Kfz anbieten.

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