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Neukirchen bei Malente : Kerzenschiff ankert in St. Johannis

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In der Feldsteinkirche von Neukirchen können Besucher eine brennende Kerze spenden. Das Metallschiff wurde von einem Häftling gebaut.

Ein „Schiff des Glaubens“ ziert künftig die Sankt-Johannis-Kirche. „Kirchen sind besondere Räume“, sagt Pastor Stefan Grützmacher. „Wer sie betritt, taucht in einen Raum, der sich abhebt von der Welt des Alltags“. Nicht wenige besuchen Kirchen auch außerhalb der Gottesdienste, wollen innerlich zur Ruhe kommen, nach denken oder mit Gott reden - und nicht zuletzt ihrem Wunsch mit dem Entzünden einer Kerze Ausdruck verleihen. Das ist nun möglich mit dem „Schiff des Glaubens“ als Kerzenhalter in der Sankt-Johannis-Kirche.

„Viele haben eine solche Einrichtung bei uns vermisst, wir hatten sogar schon Eintragungen im Gästebuch, die so etwas anregten“, erläutert Pastor Grützmacher die Geschichte zur Entstehung des Schiffes. Die Idee hatte der Verschönerungsverein Neukirchen aufgegriffen. Weil man aber in den Katalogen der Kirchen-Ausrüster nicht fündig wurde, entwickelte die Gemeinde eigene Ideen. Bürgervorsteher Gerd Fritzke schlug eine eigene Kreation vor. In der Nikolaikirche in Plön fand man dann die Anregung: Ein Schiff als Kerzenhalter sollte es sein.

„Mit einem Spanten-Rumpf aus Eisen, wie eben bei einem Boot, mit einem Petrus-Fisch als Deck, einem Kreuz als Mast, auf dem eine kleine Friedenstaube sitzt, eben alles Symbole des christlichen Glaubens“, erläutert Ernst-Otto Boll, der den Entwurf als Holz-Modell fertigte. Auf dem Rand in der Form des Petrus-Fisches können Kirchenbesucher dann eine kleine Kerze aufstellen. „Ein Licht als Zeichen des Gedenkens, der Hoffnung und der Liebe und des Glaubens“, so Pastor Grützmacher. „Als Zeichen der Verbundenheit mit Menschen, die einem etwas bedeuten.“

Ernst-Otto Boll, der in der Haftanstalt Neumünster tätig ist, hatte die Idee, das „Glaubensboot“ dort in der Schlosserei fertigen zu lassen. Geschweißt wurde es aus Eisen von einem 30-jährigen Häftling, der dort eine Lehre absolvierte und sich auf seine Entlassung vorbereitet. „Er hat jetzt seine Prüfung bestanden und wird demnächst in die Freiheit entlassen“, so Boll. Das Geld für die Arbeit, 350 Euro, kommt vom Verschönerungsverein aus dem Erlös des Weihnachtsmarktes. Vorgestellt werden soll das neue Prunkstück der Gemeinde offiziell im Rahmen des sogenannten Langschläfer-Gottesdienstes am 9. Juli um 17 Uhr. „Dabei ist es Brauch, dass jeder, der möchte, nach vorne kommen und eine Kerze entzünden kann“, sagt der Pastor. Endgültig wird das Schiff dann in der Turmkapelle von St. Johannis „vor Anker gehen“.

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erstellt am 03.Jul.2017 | 18:00 Uhr

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