Malente : Kendrion-Kuhnke streicht erneut Jobs

<p>Ein Blick in die Produktion bei Kendrion Kuhnke. Hier entstehen  Sound-Aktoren für einen namhaften Hersteller. </p>

Ein Blick in die Produktion bei Kendrion Kuhnke. Hier entstehen  Sound-Aktoren für einen namhaften Hersteller.

Konzern will in Malente 50 Arbeitsplätze abbauen. Der Betriebsrat reagiert entsetzt.

shz.de von
19. Juni 2018, 18:02 Uhr

Es läuft nicht rund bei Kendrion-Kuhnke. Gestern teilte der Technologie-Zulieferer mit, dass er am Malenter Standort in der Automobilsparte bis zu 50 von 230 Arbeitsplätze streichen will. Konzernchef Joep van Beurden war eigens aus der Unternehmenszentrale im niederländischen Zeist nach Malente gereist, um die schlechte Nachricht zu überbringen. Am Montag wurde der Betriebsrat unterrichtet, gestern die Belegschaft.

Betriebsrat und die Industriegewerkschaft (IG) Metall reagierten „mit Entsetzen, Wut und Traurigkeit“ auf die Hiobsbotschaft. „Wer kurz vor der Sommerpause eine solche Entlassungs-Bombe platzen lässt, lässt jede soziale Verantwortung vermissen“, zürnte Cornelia Horn, Betriebsratsvorsitzende von Kendrion-Kuhnke Automotive. Sie kündigte Widerstand an: „Wir werden für jeden Arbeitsplatz kämpfen.“ Jeder Arbeitsplatz habe ein Gesicht und eine Familie. Massenentlassungen seien keine Lösung, sondern schafften nur Probleme, kritisierte Daniel Friedrich, Geschäftsführer der IG Metall Lübeck-Wismar. Cornelia Horn und er drohten
„eine lange Auseinandersetzung um die Arbeitsplätze und die Zukunft des Standortes“ an.

Mit den Plänen steht dem Standort der zweite Stellenabbau in kurzer Zeit bevor. Ende vergangenen Jahres hatte Kendrion-Kuhnke bekanntgegeben, 17 Jobs im Bereich Elektromechanik zu streichen. Das reichte offenbar nicht. „Diese Maßnahme erwies sich als nicht hinreichend, um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen und das Unternehmen konkurrenzfähig aufzustellen“, teilte Kendrion-Kuhnke mit. Deshalb wolle man sich in Malente künftig auf zwei Kernbereiche beschränken: Produktionsbetrieb sowie Forschung und Entwicklung von Soundsystemen.

Der Stellenabbau betreffe den Bereich Betriebsmittel, erklärte Ronny Splettstößer, Kaufmännischer Leiter der Automotiv-Sparte in Malente. „Fertigungsanlagen sollen künftig nicht mehr im Hause gebaut werden.“ Diese Leistung solle eingekauft werden, um die Kosten zu flexibilisieren. Die Sparte Automation mit etwa 170 Mitarbeitern ist von den Stellenstreichungen nicht betroffen. Seite 10

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen