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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 00:40 Uhr

Keine Scheuklappen bei der Personalwahl

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Arbeitgeber-Service und Jobcenter werben bei Unternehmen für Inklusion

Der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderung“ am 3. Dezember soll ein Zeichen für mehr Teilhabe setzen und die Situation von Menschen mit Handicaps ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Deshalb werben die Arbeitsagenturen und Jobcenter in der nächsten Woche verstärkt für mehr Inklusion.

„Wir wollen mit den Personalverantwortlichen und Betriebsinhabern ins Gespräch kommen, um sie für diese Personengruppe zu sensibilisieren“, erklärt Wolfgang Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck. Das Potenzial der Menschen dürfe vor dem Hintergrund des bestehenden und zunehmenden Fachkräftebedarfes nicht unterschätzt werden und ungenutzt bleiben. Leider bestünden häufig Vorbehalte gegen die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Dabei seien sie in vielen Fällen gut ausgebildet, oft hoch motiviert und leistungsfähig. „Auf dem richtigen Arbeitsplatz sind sie ein Gewinn für das Unternehmen und die meisten Behinderungen stellen überhaupt keine besonderen Anforderungen an den Arbeitsplatz dar“, betont Werner.

„Eine Beeinträchtigung kann jederzeit jeden von uns ganz unvorbereitet treffen und unser Leben beeinflussen. Meist ist sie Folge einer erworbenen Krankheit wie Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schädigungen der inneren Organe, die etwa infolge einer Krebserkrankung entstehen können. Wichtig ist es, dass wir unsere Vorbehalte überwinden“, so Werner. Ein typisches Vorurteil sei, dass schwerbehinderte Arbeitnehmer unkündbar sind. Wolfgang Werner stellt klar: „Ohne Zustimmung des Integrationsamtes darf nicht gekündigt werden, aber dieser besondere Kündigungsschutz bedeutet nicht Unkündbarkeit.“

So hat das Integrationsamt im Jahr 2013 in rund 80 Prozent aller Kündigungsverfahren dem Antrag des Betriebes zugestimmt – so geht es aus dem aktuellen Jahresbericht der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen hervor.

Auch an Hilfen und Unterstützung gibt es einiges: Sofern eine behindertengerechte Einrichtung oder der Umbau des Arbeitsplatzes notwendig ist, fördern die Träger der beruflichen Rehabilitation sowie das Integrationsamt auf Antrag die erforderlichen Maßnahmen. Die Einstellung von schwerbehinderten Menschen kann die Agentur für Arbeit oder der jeweilige berufliche Rehabilitationsträger unter bestimmten Voraussetzungen mit verschiedenen Zuschüssen fördern.

„Aktuell sind 879 schwerbehinderte Menschen in Lübeck und Ostholstein arbeitslos gemeldet. Nutzen Sie dieses Potenzial und lassen auch Sie sich zu den Möglichkeiten beraten“, wirbt Werner für die Einstellung. Die Mitarbeiter des Arbeitgeber-Service sind unter der kostenfreien Hotline 0800
4555520 erreichbar und informieren zum Thema.

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erstellt am 28.Nov.2014 | 17:38 Uhr

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