Keine Güterzüge auf der alten Bahntrasse

Fehmarnbelt-Projekt: CDU-Politiker Ingo Gädechens tritt Befürchtungen entgegen

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19. Januar 2015, 11:17 Uhr

Güterzüge von und nach Skandinavien werden erst dann durch Ostholstein rollen, wenn die 55 km lange Neubaustrecke der Bahn betriebsbereit sein wird – frühestens in zehn Jahren. Diese Ansicht vertrat der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens (CDU) gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Schwerlastverkehr ist auf der vorwiegend eingleisigen Bestandstrasse der Bahn zwischen Lübeck und Puttgarden nur begrenzt möglich. Dafür reicht der Unterbau gar nicht mehr, und weil der Personenverkehr ja auch weiterlaufen muss, wird der Güterverkehr mit Skandinavien, wie schon seit 1995, so lange weiter über Jütland geführt, bis die zweigleisig und mit Lärmschutz geplante neue Bahnverbindung gebaut sein wird“, sagte Gädechens.

Er wandte sich damit gegen in Ostholstein immer lauter werdende Befürchtungen, dass die Verzögerungen bei der Planung des internationalen Verkehrsprojektes Feste Fehmarnbelt-Querung zu jahrelangen Lärmbelastungen für die Anwohner der alten Bahntrasse führen könnten. Diese Sorge geht vor allem in den Ostseebädern um, seitdem Bundesverkehrsminister Dobrindt die dänische Regierung über einen „zeitlichen Nachlauf von mehreren Jahren“ bei der Trassenplanung der Bahn für die Hinterlandanbindung auf deutscher Seite des Fehmarnbelttunels informiert hat.

Im Staatsvertrag zum Bau der Festen Fehmarnbelt-Querung hatte sich Deutschland verpflichtet, bis zur Eröffnung der Verbindung ausreichende Kapazitäten auf Straße und Schiene zu schaffen. Ursprünglich war dies alles für 2018 terminiert, jetzt wird mit der Eröffnung des Tunnels für 2022 gerechnet – ohne fertigen Gleisanschluss dann in Puttgarden.

Gädechens kommentierte das offenkundige Hinterherhinken der Bahn-Planungen als „peinlich für die deutsche Seite“. Er sehe aber in den Verzögerungen keine Chance, grundsätzlich noch am deutsch-dänischen Staatsvertrag zu rütteln: „Die vom damaligen Verkehrsminister Tiefensee genannten Zeiten und Kosten stimmen nicht mehr. Aber die Absichtserklärung bleibt. Die Dänen bauen den Tunnel, sie stellen ihre Regionalplanung voll darauf ab. Sie erwarten nun, dass in Deutschland mehr Druck gemacht wird.“ Seite 3

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