Keine Erinnerungen mehr an Schuss

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09. November 2018, 14:20 Uhr

Was sich wirklich in der Silversternacht in der Lütjenburger Niederstraße abgespielt hat, das wird wohl ein Geheimnis bleiben. Zu betrunken waren die Beteiligten um sich heute noch vor Gericht daran und an ihre bei der Polizei gemachten Aussagen zu erinnern. Am Ende wurde das Verfahren, das mit der Anhörung von zehn Zeugen an zwei Verhandlungstagen stattfinden sollte, gegen die Zahlung von 300 Euro eingestellt.

Der 27-jährige Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen der Staatsanwältin. Danach sollte er in der Nacht zum 1. Januar 2017 in der Niederstraße einem 29-Jährigen mit einem Gasrevolver an den Hals geschossen haben und später an einer Schlägerei an der Eisbahn beteiligt gewesen sein.

Schon zu Beginn des Prozesses gestern im Amtsgericht Plön machte der Pflichtverteidiger klar: „Mein Mandant macht keine Angaben zur Sache.“ Er habe die Tat nicht begangen, was auch die Zeugen bestätigen würden. Der Rechtsanwalt hatte offensichtlich auch kein Interesse an Zeugenaussagen und empfahl die Einstellung des Verfahrens.

Der Geschädigte aus Helmstorf gab als Zeuge an, in der Silvesternacht so viel getrunken zu haben, dass er nichts mehr wisse. Das allerdings hatte sich im Protokoll der polizeilichen Vernehmung noch ganz anders gelesen. Er habe einen Schmerz am Hals gespürt und eine Rötung gehabt. Doch woher das gekommen sei, das wisse er heute nicht mehr. Auch ein zweiter Zeuge konnte sich nicht erinnern und den Hergang aufhellen.

Der Verteidiger kritisierte die Polizei, die im Ansatz nicht vernünftig ermittelt habe. So ließen sich Amtsrichterin Petra Liefländer und die Staatsanwältin Hegelholz erweichen.

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