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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 02:24 Uhr

„Keine endgültige Entscheidung“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fehmarnsundquerung mit Tunnel oder Brücke? Diese Frage ist in Berlin noch offen, sagt Ingo Gädechens nach Gespräch mit Dobrindt

„Es gibt keine endgültige Entscheidung, ob eine neue Fehmarnsundquerung als Tunnel oder Brücke realisiert wird.“ Zu dieser Einschätzung kommt Ostholsteins Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens (CDU) nach einem Gespräch, dass er mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) in Berlin führte. „Alle Varianten werden derzeit ergebnisoffen diskutiert, von einer Vorfestlegung auf eine Brückenlösung kann deshalb keine Rede sein“, sagte Gädechens. Die Darstellung der Ostholstein-SPD, es gäbe eine „Lieblingsvariante im Ministerium“, treffe nicht zu. Zwar präferiere Ferlemann die „Zwei-Brückenlösung“, wolle damit aber keinem Untersuchungsergebnis vorgreifen.

„Der Bundesverkehrsminister hat klar zu verstehen gegeben, dass es derzeit noch keine Vorentscheidung für eine Variante gibt. Erst müssten alle Möglichkeiten eingehend untersucht werden, bevor man sich festlegen könne“, gab Gädechens die Worte des Ministers wieder. Damit bleibe es bei der Linie, die auch schon SPD-Landesverkehrsminister Reinhard Meyer vor kurzem dargestellt habe: Nach wie vor würden alle vier Querungsvarianten gleichberechtigt bis zum Jahresende geprüft, darunter auch die Tunnellösung.

Gädechens erinnerte den Minister daran, dass er bereits vor Jahren im Bundesverkehrsministerium mit guten Argumenten für einen Tunnel durch den Fehmarnsund geworben habe. Ein Tunnel wäre aus seiner Sicht unempfindlich gegen Sturm und langfristig wirtschaftlicher als eine Brücke.

Allerdings vermisst Gädechens vom Landesverkehrsminister eine Aussage, inwieweit das Land sich seiner Verantwortung stelle. „Aktuell gehört die Fehmarnsundbrücke zur Hälfte dem Land Schleswig-Holstein und zur anderen Hälfte der Deutschen Bahn, die auch für den Unterhalt des Brückenbauwerks zuständig ist. Gerade das Land ist somit auch in der Pflicht, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, und muss sich äußern, inwieweit es bereit ist, sich an den Mehrkosten einer Tunnellösung zu beteiligen.“

Thematisiert worden seien auch mögliche Probleme bezüglich des Naturschutzgebietes Natura 2000. „Hier wurde uns buchstäblich die ,Rute vor den Hintern‘ gebunden“, kommentiert Gädechens. Dennoch müssten alle Möglichkeiten, einen Tunnel zu realisieren, geprüft werden.

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erstellt am 08.Okt.2014 | 11:43 Uhr

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