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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 22:35 Uhr

Kein Sinn für Umweltschutz?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Grüne zeigen Missstände am Kleinen See auf und fordern ein Umweltkonzept / Städtische Betriebe prüfen Bau eines Regenklärbeckens

Heruntergetrampelte Uferzonen, ungenehmigt befestigte Wege und Zierpflanzen an Stellen, an denen Wildwuchs wünschenswert wäre. All das zeigten die Grünen dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am Kleinen Eutiner See am Donnerstagnachmittag bei bestem Wetter.

Doch der Ortstermin veranlasste viele eher zu Aussagen wie „so schlimm sieht das doch gar nicht aus“, was bei Monika Obieray (Grüne) nicht gut ankam: „Das ist ernüchternd. Die meisten haben gar kein Gefühl für Umweltschutz. Umweltbelange werden gar nicht gesehen“, lautete ihr Fazit nach der Tour. Gemeinsam mit Edda Kreidelmeyer vom Fachdienst für Stadt- und Gemeindeplanung zeigte sie etwa Grillstellen mit Müll und Trampelpfade von Anglern und Anwohnern in der zu schützenden Uferzone, aber auch gelungene Flächen wie die Gänsewiese mit den Amphibientümpeln.

„Was können wir da tun?“, wollte Ausschussmitglied Karlheinz Jepp (SPD) später während der Sitzung wissen, entweder es sei erlaubt, dort zu angeln und zu schwimmen oder nicht, dann müsse es aber auch kontrolliert werden – „Zäune wollen wir da alle nicht“. Christian Balzer (Grüne) betonte: „Es hat sich in den letzten beiden Jahren so eine Art Gewohnheitsrecht entwickelt. Wir wollen die schützenswerte Natur nicht einfach so preis geben.“ Es habe sich in jüngster Vergangenheit „katastrophal verschlechtert“. Als „nicht so schlimm“ nahm es der Ausschussvorsitzende Heiko Godow (CDU) war: „Eigentlich ist es doch total genial, dass wir Orte haben, an denen wir mit den Füßen noch bis ans Wasser ran kommen oder die Natur so hautnah erleben können. Ich will das nicht abwerten, aber vielleicht bin ich auch einfach nicht natursensibel genug.“

Das Fazit der Grünen: „Wir werden das weiter beobachten und wenn nötig Anträge stellen.“ Der Ausschuss trage zwar auch den Namen „Umwelt“ in sich, die Aufgaben diesbezüglich würden von den Mitgliedern aber gar nicht wahrgenommen, so der Vorwurf. „Es braucht eigentlich ein richtiges Konzept, wie wir den Kleinen See wieder hinbekommen. Schilf geht zurück, die Seerose ist weg, und er kippt immer früher um“, sagte Obieray.

Wie das Regenwasser von der Plöner Straße künftig noch sauberer in den See geleitet werden könne, erläuterte Boris Sobotta von den Städtischen Betrieben. „Wir messen gerade, wie viel Regenwasser ankommt, um eine Kosten-Nutzen-Rechnung für ein Regenklärbecken machen zu können.“ Derzeit würden die Mindestauflagen des Kreises durch ein Sandfangwerk und einen Leichtflüssigkeitsschacht erfüllt, erklärte Sobotta. Da werde schon das Regenwasser gereinigt. „Je höher die Schmutzfracht ist, desto höher sind die Zahlungen an den Kreis. Aber wenn wir nur rund 100 Euro mehr zahlen müssten, sollten wir uns fragen, ob sich der Aufwand lohnt, einen hohen fünfstelligen Betrag in die Hand zu nehmen, um ein Regenklärbecken zu bauen“, sagte Sobotta. Hinzu komme die schwierige rechtliche Lage, da sich die Stadt damals bei der ersten privaten Erschließung der Grundstücke an der Plöner Straße keinerlei Wegerechte gesichert habe. „Das ist ja eine Katastrophe“, schallte es von den Ausschussmitgliedern. „Es ist ein Missstand von damals, für den eine sachliche Lösung gefunden werden muss“, sagte Bauamtsleiter Bernd Rubelt. Dafür gebe verschiedene technische Möglichkeiten.

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erstellt am 04.Jun.2016 | 00:57 Uhr

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