Feste Fehmarnbelt-Querung : "Kein Nadelöhr am Fehmarnsund"

Reaktionen auf den Vorstoß zur Erweiterung der Fehmarnsund-Querung.

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07. Dezember 2011, 11:09 Uhr

Oldenburg | Wenn der Autoverkehr künftig zwischen Kopenhagen und Hamburg vierspurig und der Bahnverkehr zweigleisig fahren können, darf der Fehmarnsund kein Engpass bleiben. Die Rufe nach einer Erweiterung der begrenzten Verkehrsflächen dort werden jetzt aus Ostholstein immer lauter.

Die offizielle Planung des Projektes "Feste Fehmarnbelt-Querung" sieht bislang für die zweispurige Straße und eingleisige Bahnstrecke auf der Sundbrücke noch keinen Ausbaubedarf vor. Kommunalpolitiker aus Ostholstein warnen allerdings schon lange, dass damit dort ein Nadelöhr und entsprechende Staus programmiert seien.

Unterstützung erhalten sie nun durch das überparteilich agierende Dialogforum für die feste Fehmarnbelt-Querung. Das Forum, in dem Vertreter von Gemeinden, Planern, Politik, Wirtschaft und Bürgerinitiativen ihre Interessen formulieren, hat die Landesregierung nun gebeten, "sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der Aus-/Neubau der Fehmarnsundquerung in den nächsten Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird".

Das erklärte Dr. Christoph Jessen, ehemaliger Botschafter Deutschlands in Dänemark und der Sprecher des Forums, jüngst vor der Presse. Das Forum will weiterhin öffentlich tagen und seine Sitzungen per Livestreaming sowie per Video on demand zugänglich zu halten; die nächste Sitzung ist für den 23. Februar in Oldenburg vorgesehen.

Der Unternehmensverband Ostholstein-Plön hat den Vorstoß zur Erweiterung der Fehmarnsund-Querung und die positive Reaktion der Landesregierung darauf sogleich begrüßt. Geschäftsführer Eberhard Rauch: "Die Staugefahr besonders während der Urlaubssaison und die häufigen Sperrungen der Fehmarnsundbrücke bei starkem Wind sind Grund genug, sich endlich des Problems anzunehmen." Aus wirtschaftlicher Sicht müsse die Verbindung Öresund - Hamburg auf ganzer Länge einen ungehinderten Verkehrsfluss gewährleisten. Rauch: "Nur so macht die Investition in eine Feste Fehmarnbelt-Querung letztlich Sinn."

Zudem hat die FDP-Kreistagsfraktion parallel zum vierspurigen Ausbau der B207 von Heiligenhafen nach Puttgarden eine zusätzliche Querung des Fehmarnsunds gefordert. Gegenüber dem für die Planfeststellung zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr betonte der Fraktionschef Manfred Breiter, dass ein ordnungsgemäßer Verkehrsfluss nicht gewährleistet werden könne, wenn von beiden Seiten eine vierspurige Straße auf die zweispurige Fehmarnsundbrücke zulaufe. Die FDP sei davon überzeugt, dass für eine zusätzliche Querung nur ein Tunnel in Frage komme. Die Fehmarnsundbrücke müsse im Landschaftsbild erhalten bleiben, da sie unter Denkmalschutz stehe und für Schleswig-Holstein ein Wahrzeichen darstelle. Weiterhin würden eine Tunnellösung auch die bestehenden Verkehrsprobleme lösen, die immer wieder durch die Sperrung der Brücke bei Sturm entstehen.

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