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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 09:36 Uhr

Malente : Kein Interesse am „Freifunk“?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zu einer Info-Veranstaltung für Geschäftsleute über ein öffentliches Wlan in Malente fanden sich lediglich zwei Gäste im Kursaal ein.

Öffentliches Wlan in der Bahnhofstraße, in Teilen des Kurparks und an der Diekseepromenade: Damit könnte Malente möglichweise bei Gästen und auch Einheimischen punkten. Doch die Malenter Geschäftswelt zeigte am Donnerstagabend kaum Interesse an dieser Vision. Bürgermeisterin Tanja Rönck hatte gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Malenter Wirtschaftsvereinigung, Michael Kühn, zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Freifunk“ in den Kursaal geladen. Doch außer ihnen und dem Referenten Christian Breutkreutz fanden sich ganze zwei Zuhörer ein: Jörg Schöning von „Wöllert Gartentechnik und Zweiradshop“ und Bäcker Jan Thaysen.

Dabei braucht es eigentlich gar nicht so viel, um ein öffentliches zugängliches Netzwerk für den mobilen Zugang in Internet zu schaffen, wie Breutkreutz deutlich machte. Wer bereits einen Internet-Router in seinem Geschäft stehen habe, benötige lediglich einen Freifunk-Router für draußen und eine entsprechende Verkabelung. Der Router koste rund 50 Euro, die Kosten der Verkabelung hingen vom Einzelfall ab, machte Breutkreutz deutlich.

Er engagiert sich für „Freifunk“ Nord, die ein Netz für ganz Norddeutschland aufbauen. Mittlerweile gebe es 1200 Nutzer. „Das ist nicht kommerziell und wird durch Spender finanziert“, erklärte der Malenter, der in seinem Heimatort als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Der technische Hintergrund, den Breutkreutz erläuterte, klingt für Laien etwas kompliziert. Dabei spielen neben dem Freifunk-Router eine freie Software, eine Firewall und ein sogenannter Internet-Tunnel eine Rolle. Seien mehrere Freifunk-Router vorhanden, könnten sich diese „von Fensterbank zu Fensterbank“ verbinden und so ein großes Freifunk-Netz entstehen lassen. Breutzkreutz: „So einfach könnte es sein, wenn alle mitmachen würden.“

Das Freifunk-Konzept verhindere nicht nur, dass jemand über den Freifunk-Router in das jeweilige Firmennetzwerk eindringe, versicherte Breutkreutz. Es sorge auch dafür, dass die Eigentümer der Freifunk-Router für das Surf-Verhalten der Nutzer zur Verantwortung gezogen werden könnten, etwa bei illegalen Downloads: „Wenn man schauen würde, wer war das, könnte man Sie nicht identifizieren.“

Wie berichtet, unterstützt Breutkreutz die Gemeinde bei der Installation von Freifunk-Routern. So solle Freifunk sowohl im Haus des Kurgastes, in der Liegehalle und im Außenbereich vor der Bühne als auch im und vor dem Rathaus verfügbar sein. Sofern keine Hindernisse im Weg seien, reiche die Verbindung bis zu 100 Meter weit. Mit 50 bis 60 Routern müsste sich nach Einschätzung von Breutkreuz die Bahnhofstraße komplett abdecken lassen.

Dazu will die Wirtschaftsvereinigung ihren Teil beitragen. „Wir werden acht Router anschaffen und unseren Mitgliedern zur Verfügung stellen“, kündigte Michael Kühn an. Jörg Schöning und Jan Thaysen wollen mit ihren Geschäften in der Bahnhofstraße ebenfalls dabei sein.

Wie schnell der Aufbau eines Freifunk-Netzes funktionieren kann, zeigt übrigens die nicht einmal 4200 Einwohner umfassende Gemeinde Burg im Kreis Dithmarschen. Dort seien seit Beginn des Jahres 300 Router installiert worden, berichtete Breutkreutz.

Vielleicht kommt Malente auch noch auf den Geschmack. Im Januar will Tanja Rönck erneut zum Thema Freifunk laden. Dann sollen nicht nur die Geschäftsleute, sondern alle Malenter informiert werden.

> Wer sich für die Installation von Freifunk-Routern interessiert, kann sich im Internet unter „freifunk-malente.de“ oder per E-Mail an die Adresse info@freifunk-malente.de informieren.

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erstellt am 10.Dez.2016 | 04:00 Uhr

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