Eutin : Kein Geld für neues Gerätehaus

Der Regenbogen taucht das Feuerwehrhaus am Priwall in mildes Licht, und es könnte länger das Domizil der Eutiner Feuerwehr bleiben als eigentlich geplant, wenn es mit dem Neubau an der Kerntangente nicht vorangeht.
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Der Regenbogen taucht das Feuerwehrhaus am Priwall in mildes Licht, und es könnte länger das Domizil der Eutiner Feuerwehr bleiben als eigentlich geplant, wenn es mit dem Neubau an der Kerntangente nicht vorangeht.

Die seit sieben Jahren laufenden Vorbereitungen zum Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Eutin sind ins Stocken geraten.

shz.de von
09. Januar 2015, 17:00 Uhr

„Ich frag mich, wofür wir sieben Jahre lang intensiv beraten haben, über Raumbedarf gesprochen, andere Gerätehäuser besichtigt haben? War das jetzt alles umsonst?“

Etwas überspitzt fiel gestern die Reaktion des Eutiner Gemeindewehrführers Heino Kreutzfeldt auf die jüngste Entwicklung bei den Planungen für das neue Feuerwehrhaus aus: Eine Mehrheit des Bauausschusses hat es abgelehnt, dieses Jahr Geld für dieses seit sieben Jahren entwickelte Projekt auf dem ehemaligen Festplatz an der Blauen Lehmkuhle bereitzustellen.

Kreutzfeldt zum OHA: „Wenn jetzt nicht noch ein Wunder geschieht, wird es mit dem Feuerwehrhaus dieses Jahr keinen Schritt vorangehen. Wenn es erst nächstes Jahr mit den Planungen weitergeht, wird es frühestens 2017 einen Baubeginn geben, vielleicht auch später. Ich kann mich noch gut an Aussagen im Aussschuss erinnern, dass wir jetzt schon im neuen Feuerwehrhaus sein sollten.“

Mit der ebenfalls im Bauausschuss beschlossenen Budgetierung könnten die drei Eutiner Feuerwehren leben. „Das ist im Grunde in Ordnung.“ Das Signal in Sachen Feuerwehrhaus sei dagegen enttäuschend: „Es wäre gut gewesen,wenn wir wenigstens gesehen hätten, dass es weitergeht.“

Als Konsequenz aus der neuen Beschlusslage forderte Kreuzfeldt die Stadtvertreter auf, jetzt doch noch im Feuerwehrhaus am Priwall einen Ölabscheider zu bauen, damit der Gerätewart endlich wieder die Fahrzeuge waschen könne, ohne dazu mögliche Zeiten im benachbarten Busdepot oder bei der Fissauer Feuerwehr abzuwarten. „Dann muss man eben die 60  000 oder 65  000 Euro für einen Ölabscheider noch einmal ausgeben.“ Seit über drei Jahren dürfen am Priwall keine Autos mehr gewaschen werden, weil der vorhandene Ölabscheider defekt ist.

Was ist geschehen? Angesichts einer Verwaltungsvorlage, in der von Baukosten in Höhe von gut sieben Millionen Euro für ein neues Feuerwehrhaus an der Kerntangente die Rede ist, bekam eine Mehrheit des Ausschusses kalte Füße. Denn nach gängiger Norm entfallen bei diesem Volumen rund 1,2 Millionen Euro auf Baunebenkosten: Baugrunduntersuchungen gehören dazu, Gutachten, Gebühren für den Bauantrag, aber auch Architektenhonorare.

Sowohl diese 1,2 Millionen, die als sogenannte Planungskosten im haushaltsentwurf standen, als auch die gesamte Kostenschätzung forderten die SPD zum Widerspruch heraus: Uwe Tewes (SPD): „Wir fragen uns, weshalb es jetzt schon über sieben Millionen Euro sein sollen, die für so ein Gerätehaus gebraucht werden sollen. Geht das nicht auch günstiger?“ Die SPD überlege, einen Antrag einzubringen, in dem fünf Millionen als Höchstgrenze für das neue Haus festgesetzt werden. Über der Diskussion über Gesamtkosten und absehbare Baunebenkosten unterblieb eine Entscheidung im Bauausschuss, überhaupt Geld für die weitere Realisierung des Feuerwehrhauses bereitzustellen.

Der CDU-Sprecher Matthias Rachfahl kündigte an, alles zu tun, damit es noch dieses Jahr Geld für die weitere Verwirklichung des Gerätehauses gebe. „Wenn das bis 2017 liegen bleibt, wäre das fatal.“

Die Ausschuss-Vorsitzende Monika Obieray (Grüne) bekundete gestern Zuversicht, dass es nicht bei der Null im Etat 2015 für das Feuerwehrhaus bleibe: „Das kann im Hauptausschuss und in der Stadtvertretung noch geheilt werden – und das wird es auch. Da bin ich mir sicher.“

Elfi-Jacqueline Meyer (FDP) sagte, dass sie die errechnete Kostenexplosion beim Feuerwehrhaus „viel dramatischer“ finde als die Kostenentwicklung an der Stadtbucht: der Summe zur Landesgartenschau: „Ursprünglich waren wir bei höchstens fünf Millionen und jetzt sollen es schon über sieben Millionen sein. Und da weiß man auch nicht, ob bei dem dramatischen Baugrund die Kosten nicht noch weiter in die Höhe schnellen werden.“

Wird es jetzt doch so kommen, wie es Kreutzfeldt lange befürchtet? „Ich hab mal gesagt, dass mit dem Spaten, mit dem die letzte Blumenzwiebel der Landesgartenschau ausgegraben wird, auch der Grundstein für das Feuerwehrhaus gelegt wird. Und danach sieht es jetzt aus.“

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