zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 18:12 Uhr

Eutin : Kein Ausweg aus der Altersfalle

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Heimatverband Eutin hat zwar noch nicht über seine Auflösung befunden, doch neues Führungspersonal bleibt Mangelware.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2016 | 15:06 Uhr

Das drohende Aus wirkte offenbar mobilisierend: Immerhin 40 von rund 380 Mitgliedern des Heimatverbands Eutin kamen am Dienstagabend zur Jahresversammlung des Vereins ins Ostholstein-Museum – deutlich mehr als in den Vorjahren. Frank Petzold, er hatte die Führung des Vereins vor drei Jahren von Dr. Klaus-Dieter Hahn übernommen, hatte in der Einladung angekündigt, der Vorstand werde die Auflösung des Heimatverbands beantragen.

Doch ob das Jubiläumsjahr des 1966 gegründeten Vereins zugleich das letzte sein wird, darüber gab es für die Anwesenden keine Gewissheit. Denn erwartungsgemäß fehlte für einen Beschluss die nötige Zahl von zwei Dritteln der Mitglieder. Zum Ende des Jahres soll sich erneut eine Mitgliederversammlung mit der Frage befassen. Dann würde es reichen, wenn zwei Drittel der Anwesenden eine Auflösung beschließen.

Bevor Petzold noch einmal die Gründe für den Antrag des Vorstands erläutern konnte, erlebten die Mitglieder erst einmal eine Debatte darüber, ob die Versammlung überhaupt beschlussfähig sei. Dr. Hahn zog in Zweifel, dass die Einladungen rechtzeitig versandt worden seien. „Das sagt eine Menge über den Zustand des Heimatverbandes aus“, kommentierte Petzold den Versuch, die Versammlung platzen zu lassen. Angesichts der Fortsetzung kündigte Hahn Widerstand an: „Ich beantrage beim Vereinsregister, diese Veranstaltung als ungültig anzusehen.“

Selbst, wenn die Versammlung wiederholt werden muss: Aus Sicht des Vorstands gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder, der Verein siecht dahin oder es wird im Jubiläumsjahr ein würdevoller Abschluss gefunden. Zwar gab es auch Stimmen, die sich nachdrücklich gegen ein Ende des Vereins und damit des Jahrbuchs für Heimatkunde wandten, doch viele schienen Verständnis für die Überlegungen des Vorstands zu haben.

Immerhin: Für den scheidenden Schriftführer Klaus Langenfeld wurde ein Nachfolger gefunden. Wilfried Schebeko, Dorfvorsteher in Gronenberg und 68 Jahre alt, wurde einstimmig gewählt. Doch für Kassenwartin Monika Göbel, seit 23 Jahren im Amt, fand sich keine Nachfolge. Sie macht kommissarisch weiter. Noch dicker käme es 2017 für den Verein. Dann wollen sowohl Vorsitzender Frank Petzold als auch seine Stellvertreterin Marina Vogler ihre Ämter aufgeben. Nachfolger sind nicht in Sicht. „Es ist ein unüberwindbares Problem, dass wir einen Verein haben, der vom Alter der Mitgliedern her in einer sehr hohen Liga spielt“, erklärte Petzold. Die meisten Mitglieder seien weit über 70 Jahre alt.

Trotz der Lage brachte die Versammlung eine Satzungsänderung auf den Weg. Der Vorstand muss künftig nur noch aus drei Personen bestehen. Außerdem soll nächste Woche eine überarbeitete Homepage an den Start gehen. Ein Jahrbuch für Heimatkunde solle in diesem Jahr ebenfalls noch einmal erscheinen, kündigte Petzold an. Außerdem werde der Verein bei der LGS und mit dem Infobox-Projekt auf der Landesgartenschau vertreten sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen