„Keime umgeben uns täglich“

shz.de von
26. Januar 2015, 17:14 Uhr

Die Zahl der Patienten, die sich im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel mit einem gefährlichen Keim infiziert haben, lag gestern Abend schon bei 31. Zwölf Menschen, die zusätzlich zu ihren teils schweren Erkrankungen auch das gegen nahezu alle Antibiotika resistente Bakterium Acinetobacter baumannii hatten, starben bisher. Die Angst, so etwas könne auch in „meinem Krankenhaus vor Ort“ passieren, tragen viele Menschen in sich. Wir haben bei der Sana-Klinik nachgefragt. Pressesprecherin Dr. Barbara Kempe: „Jeden Tag kann man Trägern multiresistenter Keime begegnen, das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass man sich ansteckt.“ Der Unterschied bestehe aus „Besiedelung“ und „Infizierung“. Auch in der Sana-klinik seien Patienten mit multiresistenten Keimen behandelt worden, doch es sei nie so außer Kontrolle geraten wie in Kiel.

Kempe: „Wir unterteilen bei der Aufnahme unsere Patienten in verschiedene Risikogruppen, die wir dann auch vorab auf die Keime und Erreger testen.“ Dies seien insbesondere Menschen aus Pflege- und Altenheimen, Personen oder die schon einmal Keimträger waren. Doch nicht selten komme es vor, dass die Patienten die Keime nachträglich im Krankenhaus über ihre Angehörigen bekommen. Das Wichtigste in einem Krankenhaus sei die Handhygiene. Ein weiteres Problem: Ernährung durch Massentierhaltung. Viele Menschen entwickelten so Resistenzen gegen Antibiotika.

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