Eine teure Tasse Tee: : Kaum Chancen für Mühlen-Café

Inspektour-Geschäftsführer Ralf Trimborn machte den Grebinern wenig Hoffnung.
Inspektour-Geschäftsführer Ralf Trimborn machte den Grebinern wenig Hoffnung.

Areal unterhalb der Mühle könnte nach Abriss des Cafés ein „Entschleunigendes Freizeit-, Veranstaltungs- und Erholungsareal“ werden

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05. Juni 2014, 15:30 Uhr

Es sieht düster aus für das Mühlen-Café. Am Dienstagabend stellten Ralf Trimborn und Ulrike Sassenberg vom Hamburger Tourismus- und Freizeitinstitut Inspektour drei potentielle Nutzungsmöglichkeiten für das Areal des Mühlen-Cafés vor. Alle drei dieser Szenarien sahen den Abriss des Gebäudes vor (der OHA berichtete).

Zwei Versionen aber stellten zumindest einen Neubau an gleicher Stelle in Aussicht. Ein „Szenario 0“ sieht ein „Entschleunigendes Freizeit-, Veranstaltungs- und Erholungsareal“ vor. „Es ist das passendste und ehrlichste Szenario“, zog Inspektour-Geschäftsführer Ralf Trimborn ein Fazit.

Zwei Möglichkeiten, die Trimborn den Gemeindevertretern und rund 40 Interessierten vorstellte, sahen jeweils einen Neubau an Stelle des Mühlen-Cafés vor – ein kleines Gebäude mit 155 Quadratmeter Fläche als Veranstaltungsgebäude mit kleiner Küche, Außenkiosk und Toilettenräumen. Doch es gibt bereit ein Vereinsheim und den „Grebiner Krug“. Rund 580 000 Euro würde ein solcher Neubau kosten. Über 1,8 Millionen Euro müsste ein Investor für die zweite Variante auf den Tisch legen: ein über 700 Quadratmeter großes Mehrgenerationenhaus mit zehn Wohnungen, Kindergarten und Veranstaltungsraum.

So schön sich beide Ideen auch in der Theorie anhören, sie würden in der Praxis an der Wirtschaftlichkeit scheitern, sagte Trimborn. „Sie können es komplett vergessen, dass Sie einen Betreiber für diese beiden Varianten finden“, machte er klar. Das Hauptproblem liege in den Pachtzahlungen des Betreibers an den Investor. Denn: der Betreiber eines Veranstaltungsgebäudes müsste jährlich 63 000 Euro Pacht zahlen, der des Mehrgenerationenhauses sogar 138 000 Euro. „Egal an welchen Stellschrauben wir drehen: Die laufenden Kosten brechen einem Betreiber das Genick“, so Trimborn.

Für das Erholungsareal schätzte er die Kosten für die Gemeinde auf etwa 50 000 Euro. Darin enthalten sind 25 000 Euro Abrisskosten für das Mühlen-Café sowie 10 000 Euro für eine Art „Erlebnismodul“. Das könnten ein Barfußpfad, Grillplatz, mobile Toiletten und Wohnmobilstellplätze an der Mühle sein. Die Pflege des Geländes würde die Gemeinde rund 9000 Euro im Jahr kosten.

Das Szenario 0 wurde im Publikum mit den größten Wohlwollen aufgenommen. So gehe die Gemeinde wenigstens kein weiteres Risiko ein und die Grebiner hätten die Möglichkeit, kreativ zu werden, so ein Beitrag. Gemeindevertreter Joachim Burgemeister (CDU): „Es spricht ja nichts gegen Szenario 0 und trotzdem weiter nach einem Investor zu suchen. Denn von einem Abriss spricht ja jede Variante.“ Gegen einen Verkauf des Geländes sprach sich der SPD-Gemeindevertreter Jochen Großfeld aus: „Bei einem Verkauf verlieren wir einen Platz, den wir selbst gestalten können.“

Keinen Erfolg hatte indes der Gemeindevertreter Karl Schuch (parteilos) mit dem Antrag, die Gemeinde solle prüfen, ob sie wegen des überteuerten Kaufes des Mühlen-Cafés irgendwo Schadensersatz verlangen könne. Im Geschäftsausschuss stimmte lediglich Marlen Degner (Grüne) für diesen Antrag.

Unzufrieden mit den drei Vorschlägen zeigte sich Eckard Schäfer, Chefplaner des Kreises Plön. Er hätte sich ein weiteres Szenario in Richtung Dorfentwicklung gewünscht. „Ich bin schwer dafür, eine weitere Variante zu suchen“, so Schäfer und bot auch gleich seine Hilfe an.




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