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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 04:04 Uhr

Kauft die Stadt die „Wiege Eutins“?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadtvertreter sprechen sich für Vorkaufsrecht aus / Gutachterausschuss soll Wert ermitteln

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2016 | 04:53 Uhr

Die Fasaneninsel ist verkauft – fast zumindest. Denn die Stadt kann von ihrem Vorkaufsrecht noch bis 30. März Gebrauch machen. Die Stadtvertreter stimmten hinter verschlossener Tür in der jüngsten Stadtvertretersitzung für den Erwerb der „Wiege Eutins“. Einzig die Grünen waren nach OHA-Informationen dagegen. Ihre Begründung: Der Stadt fehlen Mittel und Nutzungskonzept. Außerdem sei nicht absehbar, wann die Stadt – käme der Kauf zustande – auf der Insel auch handeln könne.

Die 2,1 Hektar große Insel gilt als Ursprungsort Eutins. Slawische Siedler sollen dort gelebt und einen Ort namens Utin gegründet haben. Politische Befürworter des Inselkaufes sehen gerade im archäologischen Schatz und den touristischen Möglichkeiten die Vorzüge der Fasaneninsel.

2014 hatte der betagte Karl-Heinz Schulenburg im Rahmen der Zwangsversteigerung die Insel für rund eine halbe Million erworben, sie seiner gleichnamigen Stiftung überschrieben, die treuhänderisch von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein verwaltet wird. Bis heute währt ein nicht abzusehender Rechtsstreit. Schulenburg konnte trotz Grundbucheintrag die Insel noch nicht betreten. Da er aber das Geld für den Naturschutz zeitnah investieren wollte, entschied sich das Kuratorium der Stiftung für einen Verkauf (wir berichteten). Ende 2015, so Dr. Walter Hemmerling, Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz, sei es zum Kaufvertrag mit einer Interessentin aus dem norddeutschen Raum gekommen. Zum genauen Preis wollte Hemmerling keine Angaben machen. Nach OHA-Informationen will Schulenburg allerdings den Kaufpreis sowie bisherige Ausgaben (610  000 Euro) durch den Verkauf decken und in andere Naturschutzprojekte investieren.

Im Maßnahmenplan der Stadt für die Stadtsanierung sind 365  000 Euro für den „Erwerb Fasaneninsel“ bereitgestellt. Die Summe orientierte sich am ermittelten Verkehrswert aus dem Zwangsversteigerungsverfahren. Nach OHA-Informationen hat die Stadt den Gutachterausschuss des Kreises nun mit der Wertermittlung beauftragt. Das Ergebnis steht noch aus. Sicher ist aber, dass der Verkehrswert nur um zehn Prozent überschritten werden darf, um eine Förderung vom Land zu erhalten.

Zwischen dem Kaufpreis und der Summe im Maßnahmenplan klafft also eine riesige Lücke. Hat der Verkäufer eine Wahl? Hemmerling: „Wenn die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen will, muss sie in den bestehenden Vertrag einsteigen und ihn mit allen Bedingungen übernehmen.“

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