Katholische Militärseelsorge feiert Fronleichnam 50. Jahrestag

Michael Veldboer und Hermann Kopf vor einem mobilen Beichtstuhl vergangener Tage.
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Michael Veldboer und Hermann Kopf vor einem mobilen Beichtstuhl vergangener Tage.

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29. Mai 2015, 14:58 Uhr

Fronleichnam (4. Juni) wird für die katholische Militärseelsorge zu einem besonderen Fest. Sie feiert in Plön ihr 50-jähriges Bestehen mit geladenen Gästen in der MUS bei einem Gottesdienst und Empfang. Neben Gästen wie Bürgervorsteher Dirk Krüger, Bürgermeister Jens Paustian und der MUS-Kommandeur, Kapitän zur See Thomas Schütze, wird auch der leitende katholische Militärdekan, Monsignore Rainer Schadt, zu der internen Veranstaltung erwartet.

Die Militärseelsorge wurde am 16. Mai 1965 gegründet. Zu jener Zeit wurden die Standorte Plön, Lütjenburg, Todendorf, Eutin, Neustadt, Putlos, Großenbrode, Marienleuchte und Bad Segeberg betreut. Nach einer
Bezirksaufteilung und der Schließung einiger Kasernen steht der heutige Militärseelsorger, Pastoral-Referent Michael Veldboer, Soldatinnen und Soldaten in Plön, Neustadt und Marienleuchte zur Seite. „Das Ziel der Seelsorge ist, den Menschen beizustehen, bei Trauer, Hoffnung und Angst“, so Veldboer. Er ist nicht nur bei Lebensfragen- und Krisen Ansprechpartner, sondern auch beim Überbringen von Todesnachrichten. Diese Aufgabe hatte er in den vergangenen zehn Jahren zehn Mal.
Seit der Gründung der Militärseelsorge hat sich in der Bundeswehr viel verändert. So gibt es keine Wehrpflichtarmee mehr, Frauen gehören der Armee an und die Einsatzbelastungen sind höher geworden. Das führte zu größeren Problematiken in den Partnerschaften, so der Pastoral-Referent und spricht von knapp 80 Prozent der festen Erstbeziehungen, die scheitern.

Für die Soldatinnen und Soldaten ist Ethikunterricht zum Pflichtfach geworden. „Er ist wichtig, um ihnen das moralische Rüstzeug zu geben“, so Veldboer, der durchschnittlich 12  000 Soldaten pro Jahr unterrichtet. Im lebenskundlichen Unterricht werde auch die Gewissensbildung hinterfragt, bei dem die Überlegungen „Wann ist Schießen und Töten legitim“ erörtert werden.
„Militärische Seelsorge ist der Garant für eine freie Glaubensausrichtung. Ich bin für jeden da, unabhängig von der Konfession“, ist die Überzeugung von Michael Veldboer, der seit 2005 als achter Seelsorger seit Bestehen der katholischen Militärseelsorge tätig ist. Ihm zur Seite steht der Pfarrhelfer Hermann Kopf, der in den vergangenen 50 Jahren vier Vorgänger hatte. Bundesweit gibt es rund 75 katholische und etwa 95 evangelische Dienststellen. Sie sind, mit meistens zwei Personen besetzt, die kleinsten Bundesdienststellen der Bundeswehr. „Oberstes Ziel ist, dass das Miteinander gelingt“, ist es Veldboer wichtig und betont: „Frieden ist nicht selbstverständlich.“

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