Schelte vom Amt : Kasseedorf fehlen die Fakten zum Bauhof

Die Gemeinde Kasseedorf kommt mit Entscheidungen zur Zukunft ihres Bauhofes nicht von der Stelle.

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25. Mai 2012, 10:55 Uhr

Kasseedorf | Am Mittwoch setzte es im Bauausschuss harsche Kritik der Politiker an der Amtsverwaltung: Sie habe den Auftrag, Zahlen zu Arbeits- und Betriebsstunden der vergangenen Jahre zu liefern, nicht hinreichend ausgeführt.

"Das ist mir zu schnell abgetan", kommentierte Mirko Strunge (SPD) die Antwort des Amtes Ostholstein-Mitte. Auch Lothar Moos (WUB) verstand nicht, "warum da nichts aus der Verwaltung kommt." In der Runde war man sich einig, dass es nicht Aufgabe der Gemeindevertreter sei, Kalkulationen auf Basis von selbst ermittelten Zahlen anzustellen.
Entscheidung zum Winterdienst wurde einstimmig vertagt

Dies hatte zuletzt der Ausschussvorsitzende Falk Herzog (WUB) getan, als Entscheidungshilfe für die Vergabe des Winterdienstes 2011/2012. Wie wenig die SPD weiterhin seiner Rechnung vertraut, wurde in der Diskussion um eine erneute Fremdvergabe des Räumdienstes deutlich. Fraktionschefin Regina Voß hatte in einer Veröffentlichung des SPD-Ortsvereins von 14.000 Euro Zusatzkosten für den Winterdienst getönt. Die Verbreitung solcher Zahlen nannte Falk Herzog unseriös. So müssten Einsparungen, zum Beispiel durch ausbleibende Überstundenzuschläge für die eigenen Mitarbeiter, gegen die Rechnung des Lohnunternehmens gesetzt werden.

Die Entscheidung über den kommenden Winterdienst vertagte der Ausschuss einstimmig. Zunächst solle die Bereitschaft der Gemeinde Schönwalde zur Kooperation im Bereich des Betriebshofes ermittelt werden. Gespräche dazu sollen nach Willen der CDU und WUB zwischen den Bürgermeistern, den Fraktionsvorsitzenden und den Vorsitzenden der Bauausschüsse noch bis Mitte Juni stattfinden. Die SPD enthielt sich der Stimme.
"Ein Bauhof rentiert sich übers Jahr nicht"

Ihre drei Ausschussmitglieder setzten jedoch den eigenen Antrag durch, wonach bei einer Absage aus Schönwalde ein Bauhofmitarbeiter zunächst auf ein Jahr befristet eingestellt werden soll. Dagegen standen zwei Stimmen der CDU und zwei Enthaltungen der WUB. In der Debatte waren die unterschiedlichen Ansätze klar erkennbar. Die SPD zweifelt an, die bisherigen Arbeiten des Bauhofes durch Fremdvergabe günstiger zu erhalten. Für Martin Boesmann (CDU) steht hingegen fest: "Ein Bauhof rentiert sich übers Jahr nicht."

Bürgermeister Niels Schwarz (CDU) zitierte den bisherigen Kämmerer Lars Winter, dass sich Kasseedorf keinen Bauhof leisten könne. Dem stimmte Regina Voß indirekt zu: In anderen Gemeinden gebe es eine Quote von einem Beschäftigten pro 1500 Einwohner; Kasseedorf beschäftigt mit dieser Einwohnerzahl aber zwei Bauhof-Mitarbeiter. Der Wechsel des einen in die passive Altersteilzeit im Januar 2013 bringt die Gemeinde in Zugzwang. Viele Arbeiten dürfen aus Gründen der Unfallverhütung nicht alleine ausgeführt werden. Zudem gäbe es Vertretungsprobleme bei Krankheit oder Urlaub. Daher sieht Falk Herzog nur zwei Wege: zusammenlegen oder fremdvergeben.

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