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Ostholsteiner Anzeiger

17. Dezember 2017 | 07:29 Uhr

Kasseedorf drängt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gemeinde will Zweckverbandsgründung für Glasfaser-Ausbau beschleunigen

von
erstellt am 05.Mär.2015 | 17:30 Uhr

Die Kommunalpolitiker berieten am Wochenende über die Zukunft der Gemeinde. Anfang Juni sollen die Bürger zu einer „Zukunftswerkstatt“ geladen werden, darin ihre Wünsche für die Zukunft schildern. Ein Thema brennt den Gemeindevertretern jedoch schon jetzt fraktionsübergreifend unter den Nägeln: Der Bau eines Glasfasernetzes zur Versorgung der Dörfer mit schnellem Internet. Einstimmig empfahl der Finanzausschuss am Dienstag, dass die Gemeindevertretung am 26. März einen Beschluss zur Gründung der „Breitbandsparte“ beim Zweckverband Ostholstein (ZVO) fassen soll. Die Empfehlung geht noch weiter. Bürgermeisterin Regina Voß (SPD) soll ausdrücklich auf eine Spartengründung zuarbeiten und daran mitwirken. Die Gemeindevertretung sollte, so der Beschluss des Ausschusses, die Auffassung vertreten, wonach „eine leistungsfähige glasfaserbasierte Breitbandversorgung zum Erhalt der Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Kasseedorf unerlässlich ist.“ Im ländlichen Raum habe bei der Breitbandversorgung das Prinzip des freien Marktes versagt, diese Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge müsse nun „schnellstmöglich“ in kommunaler Trägerschaft realisiert werden.

Käme es in diesem Jahr zur Gründung der ZVO-Sparte, müsste Kasseedorf zunächst 15  899 Euro aufbringen. In den Jahren 2025 bis 2043 wären jährlich knapp 20  000 Euro fällig. Für den Zeitraum 2044 bis 2050 prognostiziert der Businessplan der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) Einnahmen von 611  416 Euro. Damit ergäbe sich bis 2050 sogar ein Ertrag von 214  106 Euro. Voraussetzung ist, dass sich 60 Prozent der Haushalte für einen monatlichen Preis von 60 Euro anschließen lassen.

Ausführlich hatte der Ausschussvorsitzende Martin Boesmann (CDU) die Hintergründe um die Gründung einer Breitbandsparte des ZVO erläutert. Damit rannte er offene Türen ein. Für Falk Herzog (WUB) gibt es zu der ZVO-Lösung keine Alternative. Die Gemeinde müsse die Chance wahrnehmen, einem starken Verband beizutreten, andernfalls würde man die Bürger von der Zukunft abschneiden.

Das sahen auch Britta Riemann (CDU) und Christian Stahl (SPD) so. Riemann erinnerte an den Wandel in der Arbeitswelt, in der immer häufiger von zu Hause gearbeitet werde. Damit werde eine Internetanbindung mit bis zu 1000 Megabit zu einer Standortfrage und beeinflusse auch den Wert von Immobilien. Überdies könnten so Bürger zum Bleiben bewegt werden. Ute Scharf (SPD): „Wenn ich heute Kinder hätte und entscheiden müsste, würde ich auch nach Eutin gehen, wo mir alle Möglichkeiten geboten werden.“

Die Ausschussmitglieder hoffen, dass sie am Zeitplan noch etwas ändern können: Aktuell liegt Kasseedorf im dritten Bauabschnitt des Glasfasernetzes, Baubeginn frühestens Herbst 2018. Im Ausschuss wurde leise die Hoffnung laut, das beschleunigen zu können.

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