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Holsteinische Schweiz : Karneval ist mehr als „Plön Ahoi“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Besonders die Tänzerinnen bereiten sich fast ein ganzes Jahr lang auf ihre Auftritte bei der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Plön vor.

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erstellt am 20.Jan.2016 | 17:21 Uhr

Die Norddeutschen gelten landauf, landab eher als Karnevalsmuffel. Ihnen wird nachgesagt, den rheinischen Humor nicht so richtig zu verstehen. Doch: das ist nicht überall im Norden so. Die Karnevalshochburgen in der Region in Schönwalde und Plön sind bereits mitten in der neuen Session, ihrer fünften Jahreszeit.

„Tatsächlich findet im Norden unseres Landes ebenso engagiert wie in den Karnevalshochburgen Mainz, Düsseldorf und Köln Karneval statt“, gibt Barbara „Babsi“ Kleinmann von der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Plön einen Einblick in die Narrenzeit. In diesen Wochen ziehen die vielen Vereine im Norden von Veranstaltung zu Veranstaltung.

Über das Jahr hinweg sind die Karnevalisten der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß-Plön aktiv. Im Sommer organisieren sie in Plön das Weinfest (22. bis 24. Juli) über drei Tage lang auf dem Marktplatz. Aktuell läuft der Verein in der heißen Phase. „Dafür wurde besonders in den Tanzgruppen intensiv trainiert“, so Babsi Kleinmann. Das ganze Jahr über müssten die Mädchen trainieren, um fit zu sein. Zusätzlich machten sie Ballettunterricht, Zumba, Gymnastik oder auch Tanz.

Zurzeit reist die Prinzengarde mit den einstudierten Tänzen von Ball zu Ball. Und die Mädchen zeigen eindrucksvoll wie beweglich und gleichmäßig sie tanzen können. „Die Beine werden an den Kopf geworfen, es wird schwungvoll in den Spagat gesprungen, Beine werden in der Luft gefangen und Räder über die Tanzfläche geschlagen“, weiß Barbara Kleinmann. Es sehe alles sehr leicht aus und mit viel Freude getanzt.

Die Kür ist dann der Showtanz. Hierfür haben die Plöner Karnevalisten in diesem Jahr das Thema „Bourlesque“ gewählt. In schmucken Kostümen zeigen die zwölf Mädchen ausdrucksstark was sich hinter diesem Tanzstil verbirgt.

Die Plöner Tanzgarde bietet dazu seit einigen Jahren ein besonderes Highlight: zu den Tänzen wird auch live gesungen. Zu Beginn singt Catharina Hansen das Titellied und wird dann zu einem Teil des Tanzes. Aber auch Tanzmariechen haben die Karnevalisten in jeder Altersgruppe. Zur Prinzengarde gehört das Tanzmariechen Steffi Jebe aus Eutin, die einen akrobatischen Solotanz zeigt.

Und auch Büttenreden bieten die Plöner Narren in ihrem Programm an. Neben dem Präsidenten und vielen anderen Rednern gibt es seit einigen Jahren das Redner-Paar Hinnerk und Stine. Dahinter „verstecken“ sich Ralf Okel und Barbara Kleinmann. In diesem Jahr haben sie ein witziges Wortspiel um Schiller und seine Werke einstudiert und strapazieren die Bauchmuskeln der Gäste.

Neben all diesen Aktiven, die sich auf der Bühne zeigen, reist der Verein mit seinem Elferrat. Und der moderiert, organisiert, fotografiert, massierte die Füße, trägt die Kleidersäcke und schneidet die Musik. Die Ehefrauen der Herren schmücken die Räumlichkeiten und versorgen alle mit ausreichend Nahrung und Getränken.

Und als die für die Mädchen wohl wichtigste Person reist die Trainerin mit. Gabi Sajak-Okel trainiert über das ganze Jahr hinweg mit der Prinzengarde und choreografiert Jahr für Jahr tolle und anspruchsvolle Tänze. Die Prinzengarde ist nur eine Tanzgruppe der Gesellschaft. Hinzu kommen die Junioren- und die Kindergarde. Auch mit diesen Gruppen trainiert und studiert sie Tänze mit ihrer Assistentin Bernadette Bojahr ein. „Diese Altersklassen reisen in der heißen Phase mit dem Elferrat zu vielen Seniorenheimen und Kinderkarnevalsveranstaltungen“, berichtet Barbara Kleinmann.

Erst am Ende der Session, dem Aschermittwoch, treffen alle Tanzgruppen wieder zusammen. Dort wird bei einem Heringsessen die aktuelle Prinzessin „abserviert“. Barbara Kleinmann: „So geht Karneval im Norden. Und ganz typisch begrüßt und verabschiedet man sich mit einem dreifach donnernden Plön, Ahoi!“

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