Kunst im Eutiner Schloss : Karikaturen am Traumplatz

„Gut getroffen“ befand Karg Gerhard, nachdem Jens Natter ihn porträtiert hatte.
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„Gut getroffen“ befand Karg Gerhard, nachdem Jens Natter ihn porträtiert hatte.

Der Hamburger Zeichner Jens Natter lud die Besucher des Eutiner Schlosses zum Porträt

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11. Juni 2014, 20:00 Uhr

Damit hat Karg Gerhard nicht gerechnet: Während Frau und Tochter sich am Pfingstsonnabend das Eutiner Schloss bei einer Führung von innen zeigen ließen, landete der Polier aus Tribsees (Vorpommern) prompt auf dem Stuhl des Hamburger Schnellzeichners und Karikaturisten Jens Natter im Schlosshof. „Hätt ich mich bloß rasiert“, seufzte der 55-Jährige, als Natter die Bartstoppeln ins Porträt einarbeitete. Trotzdem war Gerhard schließlich zufrieden: „Einwandfrei. Er hat mich gut getroffen“, lobte er, nachdem er einen Blick auf sein Konterfei geworfen hatte.

Gut zwei Dutzend Porträts hatte der Zeichner von 11 bis 15 Uhr bereits angefertigt – kostenlos für die Porträtierten. Engagiert hatte ihn die Stiftung Schloss Eutin. Der Auftritt Natters ist Teil der Initiative der Stiftung, für „mehr Leben im Schloss“ zu sorgen, wie es Caroline Herzogin von Oldenburg formulierte. Sie selbst trug ebenfalls dazu bei. Bei einer Führung am gleichen Tag brachte sie den Besuchern die Porträts ihrer Familienangehörigen näher, die in der bis Sonntag, 6. Juli, verlängerten Sonderausstellung „Privatissimo“ im Erdgeschoss des Museums zu sehen sind und von denen Natter zum Abschluss ebenfalls Karikaturen anfertigte.

Der Zeichner selbst genoss bei der Arbeit das sonnige Wetter und das Ambiente. „Die Location hier ist natürlich ein Hammer. Das ist ein Traumplatz.“ Sonst müsse er auch schon mal in stickigen Räumen arbeiten. Natter nutzte die Gelegenheit für einen längeren Aufenthalt: Mit Frau und Kind blieb er über die Pfingsttage in Eutin.

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