Kanalisation wurde billiger

Aus Hauskläranlagen fließt kein Abwasser mehr in den Hemmelsdorfer See, freuen sich Bürgermeister Thomas Keller und Hanna Liedtke  vom ZVO.
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Aus Hauskläranlagen fließt kein Abwasser mehr in den Hemmelsdorfer See, freuen sich Bürgermeister Thomas Keller und Hanna Liedtke vom ZVO.

Ungünstiger Kostenrechnungen zum Trotz: Kanalisation auf der Ostseite des Hemmelsdorfer Sees gebaut

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14. November 2013, 00:33 Uhr

Öffentliche Bauvorhaben werden – so der subjektive Eindruck – immer teurer als geplant. Da sind Elbphilharmonie, Berliner Flughafen oder der Stuttgarter Bahnhof naheliegende Beispiele.

Aber das muss nicht zwangsläufig so sein, meldet der Zweckverband Ostholstein: Beispiel sei der Bau einer Kanalisation am Ostufer des Hemmelsdorfer Sees auf dem Gebiet der Gemeinde Ratekau. Im Jahr 2007 seien Gesamtkosten von 3,4 Millionen Euro errechnet worden. Die tatsächlichen Ausgaben für den Zweckverband Ostholstein (ZVO) beliefen sich aber auf drei Millionen Euro.

Gelohnt habe sich eine solide Planung des ZVO. „Am Ende hat sich ausgezahlt, dass wir einen größeren Aufwand in die Vorbereitung investiert haben. So führten die bereits im Vorwege geführten Abstimmungen, insbesondere mit der Gemeinde Ratekau, aber auch mit dem Landesamt für Straßenbau zur Zeitersparnis bei der Baudurchführung. Vorteilhaft war zudem die örtlich begrenzte Abfolge der Bauabschnitte. So musste die Baustelle nur einmal eingerichtet werden und die Sicherung über die Winter konnte entfallen“, erläutert Hanna Liedtke. Sie ist Geschäftsbereichsleiterin des ZVO-Tochterunternehmens Entwässerung.

Positiv sieht der Ratekauer Bürgermeister Thomas Keller die Fertigstellung der zentralen Schmutzwasserkanalisation in den Orten Grammersdorf, Häven, Warnsdorf und Wilmsdorf. „Ich bin froh, dass der ZVO dieses Projekt realisieren konnte. Denn erklärter Wille der Gemeinde war und ist, den Schadstoffeintrag in den Hemmelsdorfer See so gering wie möglich zu halten. Die zentrale Kanalisation trägt nunmehr dazu bei, diesem Ziel deutlich näher zu kommen, denn jetzt entfällt der Schadstoffeintrag aus den Hauskläranlagen“, so der Bürgermeister.

Begonnen hatte das Bauprojekt einer zentralen Kanalisation für vier Dörfer nach mehreren Abstimmungsgesprächen zwischen der Gemeinde und dem ZVO mit einer Machbarkeitsstudie. Die besagte, dass die Pläne wegen der langen Leitungswege nur unter großen Anstrengungen wirtschaftlich machbar seien.

Im Jahr 2007 erfolgte die Planung, Baubeginn war 2009. Angeschlossen sind über 200 Grundstücke. Dahinter verbergen sich über 600 Einwohner. Über elf Kilometer messen die verlegten Kanalrohre. Hinzu kommen acht Pumpstationen, um das Abwasser aus den Haushalten zum Klärwerk Ratekau zu transportieren.



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